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Wohnfläche unter der Dachschräge: Zollstock an der Dachschräge zur Messung der lichten Höhe
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Wohnfläche neuer Dachwohnungen unter der Schräge berechnen

Wie viel Wohnfläche neue Wohnungen im Dach Ihres Berliner Hauses haben, rechnen Sie auf dieser Seite nach § 4 WoFlV aus. Den ersten Termin im Dachraum stellen wir Ihnen nicht in Rechnung.

Wohnfläche unter der Dachschräge berechnen

Die Rechenregeln und zwei durchgerechnete Beispiele stehen weiter unten auf dieser Seite. Lieber gleich sprechen? 030 7593 9913

Zwei Linien, die über die Wohnfläche entscheiden

Der Zollstock liegt am Kniestock, die Sparren laufen schräg nach oben, und die Eigentümer des Hauses fragen dasselbe. Wie viel von diesem Boden wird später vermietbare oder verkäufliche Wohnfläche? Die Antwort hängt an zwei Höhen. Wo der Raum 2 m lichte Höhe erreicht, rechnet § 4 WoFlV die Fläche ganz an, von 1 bis 2 m zur Hälfte und darunter gar nicht. Die Bauordnung fragt daneben nach 2,20 m Stehhöhe im Dachraum, und drei durchgerechnete Berliner Dächer zeigen, wie beide Rechnungen zusammenspielen.

Der Rechner auf dieser Seite zieht diese Linien für ein gleichmäßig geneigtes Satteldach und zeigt, was übrig bleibt. Daneben prüft er eine zweite Regel, die mit der Wohnfläche nichts zu tun hat. § 47 Abs. 1 BauO Bln fragt, ob ein Raum im Dachraum hoch genug für einen Aufenthaltsraum ist. Ein Dach kann die eine Regel erfüllen und die andere verfehlen.

Schlafzimmer mit niedrigem Kniestock unter der Schräge

Die drei Stufen nach § 4 WoFlV

Lichte Höhe Anrechnung auf die Wohnfläche Fundstelle
2 m und mehr vollständig § 4 Nr. 1 WoFlV
1 m bis unter 2 m zur Hälfte § 4 Nr. 2 WoFlV
unter 1 m gar nicht § 4 WoFlV nennt nur Flächen ab 1 m

Gemessen wird die lichte Höhe, also vom fertigen Fußboden bis zur fertigen Schräge darüber. Verpflichtend ist die WoFlV nach ihrem § 1 nur, wenn die Wohnfläche nach dem Wohnraumförderungsgesetz berechnet wird. Ob sie auch für Ihren Kauf- oder Mietvertrag gilt, steht im Vertrag selbst. Bodenräume, Trockenräume und Waschküchen gehören nach § 2 Abs. 3 WoFlV nicht zur Wohnfläche. Solange der Dachboden Speicher ist, zählt er also gar nicht.

Treppe, Schornstein, Terrasse: die Sonderfälle

Meist kommt die Treppe aus der Wohnung darunter herauf, ein alter Schornsteinzug steht im Raum, und auf dem flachen Teil liegt vielleicht eine Terrasse. Für solche Fälle hat die WoFlV eigene Regeln.

Bauteil oder Fläche Wie es zählt Fundstelle
Treppe mit mehr als drei Steigungen, samt Treppenabsätzen bleibt bei der Grundfläche außer Betracht § 3 Abs. 3 Nr. 2 WoFlV
Schornstein oder Vormauerung, höher als 1,50 m und größer als 0,1 m² bleibt bei der Grundfläche außer Betracht § 3 Abs. 3 Nr. 1 WoFlV
Dachterrasse, Dachgarten, Balkon, Loggia in der Regel zu einem Viertel, höchstens zur Hälfte § 4 Nr. 4 WoFlV
Bodenraum oder Trockenboden, nicht ausgebaut keine Wohnfläche § 2 Abs. 3 WoFlV
Raum, der das Bauordnungsrecht für seine Nutzung nicht erfüllt keine Wohnfläche § 2 Abs. 3 WoFlV

Das Treppenloch und Schornsteinzüge dieser Größe ziehen Sie vom Ergebnis des Rechners selbst ab. Eine Dachterrasse rechnen Sie getrennt, in der Regel mit einem Viertel ihrer Fläche. Was eine Dachterrasse baulich verlangt, steht auf ihrer eigenen Seite.

Was Sie messen und worauf sich die Zahl bezieht

Drei Berliner Dächer, drei Ergebnisse

Gerechnet ist mit der Formel des Rechners, die Maße stehen für typische Dächer von Mehrfamilienhäusern.

Beispiel A Beispiel B
Länge × Breite 10 × 8 m 8 × 6 m
Kniestock 0,80 m 0,40 m
Dachneigung 45 Grad 35 Grad
Grundfläche 80,0 m² 48,0 m²
Fläche ab 2 m, zählt voll 56,0 m² 11,4 m²
Fläche von 1 bis 2 m 20,0 m², zählt 10,0 m² 22,9 m², zählt 11,4 m²
Fläche unter 1 m 4,0 m² 13,7 m²
Wohnfläche nach § 4 WoFlV 66,0 m² 22,9 m²
Höhe unter dem First rund 4,80 m rund 2,50 m
Fläche über 1,50 m 66,0 m² 22,9 m²
davon mindestens 2,20 m hoch 52,0 m² = 79 % 6,9 m² = 30 %
Ergebnis nach § 47 BauO Bln Mindesthöhe erreicht Stehhöhe fehlt

Beispiel A passt zum Dach eines Seitenflügels oder Zwischenkriegsblocks und reicht für eine großzügige Dachwohnung: Von 80,0 m² Grundfläche bleiben 66,0 m² Wohnfläche, und unter dem First stehen rund 4,80 m. Da 52,0 m² von 66,0 m² mindestens 2,20 m hoch sind, ist die Mindesthöhe für Aufenthaltsräume mit 79 % erreicht.

Beispiel B entspricht einem Abschnitt einer Nachkriegszeile mit flach geneigtem Satteldach, 35 Grad und nur 0,40 m Kniestock. Die Grundfläche von 48,0 m² ergibt 22,9 m² Wohnfläche, obwohl der First rund 2,50 m hoch liegt. Nur 6,9 m² von 22,9 m² haben mindestens 2,20 m, also 30 %. Für einen Aufenthaltsraum fehlt Stehhöhe, und eine Gaube oder ein höherer Kniestock schafft sie.

Beispiel C rechnet ein großes Gründerzeitdach mit 12 × 9 m, in dem sich zwei Wohnungen planen lassen, einem Kniestock von 1,00 m und 50 Grad Neigung. Die Grundfläche beträgt 108,0 m², davon zählen 97,9 m² als Wohnfläche. Einen Randstreifen unter 1 m gibt es hier nicht, weil der Kniestock schon 1 m hoch ist. Der Anteil mit mindestens 2,20 m liegt bei 86 %.

In A und B ist die Fläche über 1,50 m genauso groß wie die Wohnfläche. Das liegt an der gleichmäßigen Neigung, denn 1,50 m liegt genau zwischen den beiden Grenzen der WoFlV. Es gilt, solange der Kniestock höchstens 1 m misst und der First über 2 m liegt.

Die zweite Regel: Stehhöhe nach § 47 BauO Bln

Ein Dachraum kann viel Wohnfläche haben und trotzdem kein Aufenthaltsraum sein. Im Dachraum reicht es nach § 47 Abs. 1 BauO Bln, wenn mindestens die Hälfte der Netto-Raumfläche auf 2,20 m lichte Höhe kommt. Beim Ermitteln dieser Hälfte fallen alle Raumteile bis 1,50 m Höhe heraus. Die Fassung gilt seit dem 23.07.2026, vorher lag der Wert bei 2,30 m.

Wohngebäude der Gebäudeklassen 1 und 2 nimmt die Vorschrift von beiden Höhenregeln aus. Außerhalb des Dachraums verlangt die Vorschrift allgemein 2,40 m. Für Licht sorgt § 47 Abs. 2, nach dem die Fenster im Rohbaumaß mindestens 1/8 der Netto-Raumfläche erreichen müssen. Das ist der Rechtsstand vom September 2026, und für Ihr Haus gleichen wir ihn vor dem Angebot mit Planer und Bauaufsicht ab.

Frage § 4 WoFlV § 47 Abs. 1 BauO Bln
Worum es geht wie viel Fläche als Wohnfläche zählt ob ein Raum im Dachraum Aufenthaltsraum sein darf
Maßgebliche Höhen 1 m und 2 m 1,50 m und 2,20 m
Was außer Betracht bleibt Flächen unter 1 m Raumteile bis 1,50 m
Ausnahme nach Gebäudeklasse keine Wohngebäude der Gebäudeklassen 1 und 2

An einer Stelle hängen beide Regeln doch zusammen. Nach § 2 Abs. 3 WoFlV zählen Räume nicht zur Wohnfläche, die das Bauordnungsrecht für ihre Nutzung nicht erfüllen. Ein Zimmer ohne ausreichende Stehhöhe kann deshalb auch bei der Wohnfläche herausfallen. Mehr dazu unter Raumhöhe im Dachgeschoss.

Zu wenig Stehhöhe: Gaube, Kniestock oder andere Nutzung

Meldet der Rechner fehlende Stehhöhe, bleiben drei Wege. Eine Dachgaube hebt die Höhe dort, wo sie sitzt, und die Fläche darunter rückt in die volle Anrechnung. Ein höherer Kniestock verschiebt beide Linien nach außen und bedeutet Arbeit am Dachstuhl, die ein Tragwerksplaner rechnet. Der dritte Weg nutzt den niedrigen Teil anders, als Schlafebene, Lesenische oder Stauraum.

Die Dachform entscheidet mit. Beim Berliner Dach fällt die Straßenseite typisch mit 60 Grad steil ab, hofseitig sind es meist um 45 Grad. Auf der steilen Seite rückt die 2-Meter-Linie nah an die Außenwand. Weil beide Seiten verschieden geneigt sind, rechnet der Rechner hier nur näherungsweise, und wir zeichnen beim Termin den Schnitt.

In den hohen Mansarddächern von Charlottenburg ist die Stehhöhe meist reichlich vorhanden. Bei den Wiederaufbauten der 1950er mit flacheren Dächern in Schöneberg ist sie dagegen die erste Planungsfrage. Ideen für wenig Höhe sammelt die Seite zum niedrigen Dachboden.

neues Bad unter der Dachschräge mit bodengleicher Dusche und Dachfenster

Was wir aus Ihrer Rechnung machen

Die Zahl aus dem Rechner ist ein guter Anfang, ersetzt aber den Blick ins Dach nicht. Beim Termin sehen wir uns Kniestock, Neigung, Kehlbalkenlage und Schornsteinzüge an und zeichnen den Querschnitt. Sollen mehrere Wohnungen entstehen, zeichnen wir ihn für jeden Dachabschnitt, damit jede Einheit ihre eigene Fläche bekommt. Die verbindliche Wohnflächenberechnung für Bauvorlagen, Teilungserklärung oder Kaufvertrag erstellt der Architekt, und dafür braucht er die Maße aus dem Dachraum.

Wo Sie tiefer einsteigen können

Ihr Dach, einmal richtig nachgemessen

Mit Länge, Breite, Kniestock und Neigung haben Sie schon die Hälfte des Gesprächs vorbereitet. Die vier Maße nehmen wir auch am Telefon auf: 030 7593 9913, erreichbar von Montag bis Freitag zwischen 7 und 18 Uhr. Die errechneten Werte übernimmt das Anfrageformular mit einem Klick. Der erste Termin im Dachgeschoss danach kostet Sie nichts.

Häufige Fragen

Das Dach über unserem Seitenflügel misst 10 mal 8 Meter, der Kniestock 80 Zentimeter, die Neigung 45 Grad. Wie viel Wohnfläche bleibt?

Von 80,0 m² Grundfläche bleiben nach § 4 WoFlV 66,0 m² Wohnfläche. Davon sind 56,0 m² mindestens 2 m hoch und zählen voll. Weitere 20,0 m² liegen zwischen 1 und 2 m und gehen mit 10,0 m² ein. Die 4,0 m² am Rand unter 1 m zählen nicht.

Zählt der Streifen unter 1 Meter Höhe an der Kniestockwand überhaupt mit?

Zur Wohnfläche gehört er nicht, denn § 4 WoFlV rechnet erst ab 1 m lichter Höhe an. Als Stauraum bleibt der Streifen trotzdem wertvoll. Einbauschränke mit Schiebetüren im Kniestock liegen erfahrungsgemäß bei 600 bis 1.200 € je laufendem Meter.

Wie hoch muss ein Zimmer unter dem Dach in Berlin sein, damit es als Aufenthaltsraum gilt?

Mindestens die Hälfte seiner Netto-Raumfläche muss 2,20 m lichte Höhe erreichen, so verlangt es § 47 Abs. 1 BauO Bln. Schräge Randzonen bis 1,50 m Höhe bleiben bei dieser Rechnung draußen. Diese Fassung gilt seit dem 23.07.2026.

Gilt die 2,20-Meter-Regel für jedes Haus, auch für kleine Wohngebäude?

Im Mehrfamilienhaus der Gebäudeklassen 3 bis 5, also im typischen Berliner Altbau, gilt sie. In Wohngebäuden der Gebäudeklassen 1 und 2 verlangt § 47 Abs. 1 für Aufenthaltsräume keine der beiden Mindesthöhen. Welche Klasse Ihr Haus hat, legt der Planer nach § 2 Abs. 3 BauO Bln aus Höhe, Lage und Zahl der Nutzungseinheiten fest. Die Wohnfläche nach WoFlV rechnet sich unabhängig davon.

Wird die neue Treppe ins Dachgeschoss von der Wohnfläche abgezogen?

Eine Treppe mit mehr als drei Steigungen nimmt § 3 Abs. 3 WoFlV samt ihren Absätzen aus der Grundfläche heraus. Die Innentreppe einer Maisonette zählt deshalb nicht mit. Die Öffnung, durch die sie ins Dach kommt, ziehen Sie beim Rechnen ebenfalls ab.

Wie zählt eine Dachterrasse auf dem flachen Teil des Berliner Dachs?

Für Dachgärten und Terrassen sieht § 4 WoFlV in der Regel ein Viertel der Fläche vor, als Obergrenze die Hälfte. Die Terrassenfläche gehört deshalb nicht in den Rechner, sondern in eine eigene Zeile. Ob der flache Teil eine Terrasse trägt, klärt der Tragwerksplaner.

Unser Kniestock misst 60 Zentimeter. Von wo bis wo wird gemessen?

Maßgeblich ist die lichte Höhe vom fertigen Fußboden bis zu der Stelle, an der die fertige Schräge die Außenwand trifft. Ein neuer Bodenaufbau und eine Dämmung unter den Sparren nehmen davon etwas weg. Messen Sie deshalb mit Blick auf den späteren Zustand.

Wie viel Wohnfläche bringt eine 4 Meter breite Gaube?

Unter der Gaube steigt die lichte Höhe, und wo sie 2 m erreicht, zählt die Fläche voll. Der Gewinn hängt davon ab, wie tief die Gaube in den Raum reicht und wie hoch ihr Fenstersturz sitzt. Eine Schleppgaube kostet als Richtwert 2.800 bis 4.300 € je laufendem Meter.

Unsere Nachkriegszeile in Steglitz hat 35 Grad Dachneigung und 40 Zentimeter Kniestock. Reicht das für eine Dachwohnung?

Angenommen, ein Abschnitt misst 8 mal 6 m, dann ergibt das 22,9 m² Wohnfläche, und der First liegt bei rund 2,50 m. Nur 30 Prozent der maßgeblichen Fläche erreichen 2,20 m. Für Aufenthaltsräume fehlt damit Stehhöhe, die Gauben oder ein höherer Kniestock schaffen.

Warum rechnen Ihre Ausbaupreise mit der Grundfläche und nicht mit der Wohnfläche?

Dämmung, Boden und Verkleidung laufen bis an den Kniestock, also über die ganze Grundfläche. Deshalb beziehen sich die Richtwerte für den Ausbau auf die Grundfläche des Dachgeschosses. Ausgebaute Dachwohnungen führt der Gutachterausschuss Berlin dagegen je Quadratmeter Wohnfläche.

Blick über den unausgebauten Dachboden eines Berliner Altbaus vor dem Dachausbau
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