Wenn das neue Bad unter die Schräge rückt
Der Dachboden ist geräumt, die Grundrisse sind gezeichnet, und das Bad liegt dort, wo die Dachfläche am tiefsten herunterkommt. An dieser Stelle beginnt die Arbeit des Fliesenlegers, lange bevor die erste Platte klebt. Unter dem Dach trägt keine gemauerte Wand und kein Zementestrich die Fliese, sondern Trockenbau auf Holz. Darauf muss ein Belag halten, der im Sommer die Hitze unter der Eindeckung aushält und im Winter die trockene Heizungsluft.
Die Fliesenarbeiten im Dachgeschoss übernehmen unsere eigenen Leute. Sie stehen im selben Bauzeitenplan wie die Kollegen für Sanitär und Heizung, die ebenfalls zu unseren eigenen Leuten gehören. Für Sie bedeutet das einen Vertrag für das ganze Dach, einen Terminplan und einen Bauleiter, der die Fliese mit der Leitung dahinter abstimmt.
Gebraucht wird diese Leistung von Eigentümern, die einen Dachboden ausbauen, einen Rohling fertigstellen oder Wohnung und Dach zur Maisonette verbinden. Fliesen fallen dabei vor allem im neuen Bad an. Dazu kommen oft das Gäste-WC unter der Abseite und der Spritzschutz in der Küche unter dem Dachfenster.
Was hinter und unter der Fliese liegt
Eine Fliese ist nur so gut wie ihr Untergrund, und unter dem Dach besteht der fast vollständig aus Trockenbau. Deshalb sehen wir uns schon beim Aufmaß an, woraus Wände, Schräge und Boden später bestehen. Die Entscheidung fällt gemeinsam mit dem Plattenformat, das Sie sich wünschen.
Wände aus Gipsfaser und Feuchtraumplatte
Im Bad beplanken wir Ständerwände und Schräge mit Platten, die für Feuchträume geeignet sind. Für Wandfliesen bis 30 × 60 cm genügt in der Regel imprägnierter Gipskarton auf enger gestellten Profilen. Kommen große Platten an die Wand, planen wir zwei Lagen oder Gipsfaser, weil das Gewicht je Quadratmeter spürbar steigt. Vorwandelemente für WC und Waschtisch sitzen fest im Ständerwerk, damit die Fliese um die Drückerplatte herum keine Haarrisse bekommt.
Der Boden über den alten Balken
Die oberste Decke im Berliner Altbau ist fast immer eine Holzbalkendecke, und Holz arbeitet. Eine starre Fliese auf einem federnden Untergrund bekommt Risse in den Fugen, manchmal sogar in der Platte. Wir bauen deshalb einen steifen Boden aus Ausgleichsschüttung, Trittschalldämmung und Trockenestrich-Elementen, die für Fliesen freigegeben sind. Wo die Balken stärker schwingen, legen wir zusätzlich eine Entkopplungsmatte unter den Belag. Ob die Decke Estrich, Fliesen und eine gefüllte Wanne trägt, rechnet vorher der Tragwerksplaner.
Die Abdichtung, bevor die erste Platte klebt
Unter jeder Fliese im Spritzwasserbereich liegt bei uns eine Verbundabdichtung. Sie wird gestrichen oder als Bahn verlegt, in den Ecken mit Dichtband gesichert und an jedem Rohr mit einer Manschette angeschlossen. Unter dem Dach kommt eine Stelle dazu, die ein Bad im Erdgeschoss nicht kennt. Wo die senkrechte Wand in die Schräge übergeht, bewegen sich zwei Bauteile unterschiedlich, und genau dort sitzt bei uns ein zusätzliches Dichtband. Halter für Spiegel und Handtuch planen wir so, dass keine Schraube die Dampfbremse hinter der Beplankung durchstößt.
Großformat, Kehle und Kniestock
Der Wunsch lautet oft auf Platten im Format 60 × 120 cm, der Raum aber hat eine Schräge, die von der Tür bis zur Dusche reicht. Auf der Schräge wird jede Platte im Winkel geschnitten, und jede Fuge läuft auf eine Kante zu. Wir zeichnen das Fugenbild deshalb vorher auf, damit an Kniestock und Kehlbalkenlage keine schmalen Streifen entstehen. Große Formate verlegen wir mit Kleber auf Untergrund und Plattenrückseite, damit keine Hohlstellen bleiben.
Außenkanten an Dachfenster und Vorwand bekommen ein Profil oder eine saubere Gehrung. Innenecken und der Übergang zur Schräge erhalten eine elastische Fuge, die Bewegungen aufnimmt. So bleibt das Bild auch dann ruhig, wenn der Dachstuhl im Wechsel der Jahreszeiten leicht arbeitet.
Eine Platte von 120 Zentimetern Länge muss außerdem durch das Berliner Treppenhaus bis unter das Dach. In engen Treppenaugen geht das nur hochkant, manchmal gar nicht. Dann fahren die Pakete mit dem Materialaufzug an der Fassade nach oben, der für den Ausbau ohnehin steht. Das klären wir beim Aufmaß und nicht erst am Liefertag.
Der Duschplatz liegt am besten dort, wo man aufrecht steht, während der Waschtisch unter die Schräge rücken darf. Eine bodengleiche Dusche braucht Gefälle, das wir im Trockenestrich mit Gefälleplatten oder einem fertigen Duschelement herstellen. Eine flache Rinne an der Wand lässt dem Boden mehr Höhe als ein Ablauf in der Mitte. Sitzt ein Dachfenster über der Wanne, fliesen oder spachteln wir die Laibung passend zum Raum.
Berliner Dachformen und das Fugenbild
Im Gründerzeithaus mit Berliner Dach fällt die Straßenseite steil ab, typisch um 60 Grad, die Hofseite meist flacher um 45 Grad. Ein Bad an der steilen Seite hat viel senkrechte Wand und eine kurze, steile Schräge, dort wirken große Formate gut. An der flachen Hofseite zieht sich die Schräge weit in den Raum. Hier entscheidet das Fugenbild, ob das Bad ruhig oder unruhig wirkt.
Unter dem Mansarddach der großen Stadthäuser kommt häufig eine Gaube dazu, deren Wangen wir mitfliesen. Im Walmdach der Villen laufen Schrägen nach drei oder vier Seiten, und kaum eine Wand steht ganz gerade. Die Siedlungshäuser der 1920er und 1930er haben steile Satteldächer mit wenig Grundfläche, dafür lässt sich die Dusche oft direkt unter den First setzen. Wie hoch der Kniestock ist, bestimmt in allen drei Fällen, wo die erste Wandfliese beginnt.
Nach Angaben des Gutachterausschusses wurden Dachräume im Westteil weitgehend seit Mitte der 1980er zu Wohnungen, im Ostteil erst seit den 1990ern. Ihre Bäder sind heute oft renovierungsreif. Häufig finden wir dort Fliesen auf einer einzigen Lage Gipskarton, ohne durchgehende Abdichtung in der Fläche. Wer so ein Bad neu fliesen lässt, bekommt bei uns zuerst den Untergrund geprüft, mehr dazu unter Dachwohnung renovieren.
Verlegepreise nach Plattenformat
| Leistung | Preis, brutto | Bezugsgröße |
|---|---|---|
| Fliesen verlegen bis 30 × 60 cm | 45–75 € | je m², ohne Material |
| Fliesen verlegen 60 × 60 cm | 60–95 € | je m², ohne Material |
| Fliesen verlegen 60 × 120 cm und größer | 75–120 € | je m², ohne Material |
| Fliesenmaterial Standard | 25–45 € | je m² |
| Fliesenmaterial gehoben | ab 60 € | je m² |
| Trockenestrich | 40–70 € | je m² Bodenfläche |
| Ausgleichsschüttung und Trittschalldämmung dazu | 15–30 € | je m² Bodenfläche |
| Bad im Dachgeschoss, 5–8 m², neu mit Grundriss | 18.000–30.000 € | je Bad |
Die Spannen sind Bruttowerte aus unserer Erfahrung im Dachausbau, Stand September 2026, und das Plattenmaterial steht in eigenen Zeilen. Die Verlegefläche rechnen wir aus Boden und Wand zusammen, unter der Schräge zählt die tatsächlich belegte Fläche. Ein Bad mit 6 m² Boden und 14 m² Wandfliese im Format 60 × 60 cm ergibt 20 m². Das Verlegen liegt damit bei 1.200 bis 1.900 Euro, das Material kommt dazu.
Im Ausbau aus dem leeren Dach tragen Estrich, Boden und Fliesen erfahrungsgemäß rund 10 Prozent zur Gesamtsumme bei. Ist die Hülle schon fertig, steigt der Anteil von Boden und Fliesen auf etwa 16 Prozent, weil Dach und Dämmung nicht mehr anfallen. Das spätere Festpreisangebot weist die Fliesen als eigenen Block aus, getrennt von Sanitär und Trockenbau.
Drei bis vier Wochen Bad im Bauzeitenplan
Ein Bad im Dachgeschoss braucht innerhalb des Ausbaus erfahrungsgemäß drei bis vier Wochen. Die Fliese kommt dabei spät. Erst müssen Dach und Fenster dicht sein, die Leitungen liegen und die Trockenbauwände stehen. Dann läuft das Bad in dieser Reihenfolge:
- Rohinstallation: Unsere Sanitärleute setzen Vorwände, Abläufe und Leitungen.
- Beplankung und Boden: Feuchtraumplatten an Wand und Schräge, Trockenestrich mit Gefälle im Duschbereich.
- Abdichtung: Grundierung, Dichtbänder in allen Ecken, Manschetten an jedem Rohr.
- Fliesen: erst der Boden, dann die Wände, zuletzt Schräge und Laibungen.
- Fugen: Zementfuge in der Fläche, elastische Fuge an Ecken und Übergängen.
- Endmontage: Keramik, Armaturen, Spiegel und Duschabtrennung.
Auf Trockenestrich vergeht zwischen Boden und Fliese kaum Wartezeit, weil keine Baufeuchte austrocknen muss. Ein Zementestrich bräuchte unter dem Dach Wochen und brächte Wasser in die Holzbalkendecke. Den genauen Takt aller Gewerke hält der Bauzeitenplan fest, den Sie vor Baubeginn bekommen.
Wo ein Dachbad teuer wird, wenn niemand hinsieht
- Das Fugenbild entsteht erst auf der Baustelle. Dann bleiben an Kniestock und Kehle schmale Streifen, die nachträglich niemand mehr verschiebt.
- Die Ablaufhöhe ist nicht gemessen. Fehlen zwei Zentimeter für das Gefälle, wandert die Dusche oder der Boden steigt bis an die Türzarge.
- Die Decke schwingt stärker als gedacht. Ohne steifen Aufbau reißen die Fugen im ersten Winter, und das Bad muss wieder auf.
- Die Schräge über der Dusche kühlt aus. Wo Dämmung und Dampfbremse Lücken haben, schlägt sich Wasser nieder, deshalb prüfen wir die Fläche vor dem Beplanken.
- Das innenliegende Bad hat keine Abluft. Ein Lüfter unter der Abseite braucht einen Weg über Dach, und die Durchführung setzt unser fester Partnerbetrieb für Dacharbeiten, mit dem wir seit Jahren zusammen bauen.
Brandwand, Decke und Last im Blick
Viele Bäder im geschlossenen Block liegen an der Brandwand zum Nachbarhaus, weil dort Schornsteinzüge und Leitungen verlaufen. Ein Dachfenster über der Wanne braucht zur Brandwand nach § 32 BauO Bln mindestens 1,25 m Abstand. Ohne Abstand geht es nur, wenn die Wand mindestens 0,30 m über die Bedachung reicht. Die Regel gibt den Rechtsstand von September 2026 wieder. Wie sie an Ihrem Dach greift, klären Bauaufsicht und Planer, und diese Klärung liegt vor unserem Angebot.
§ 48 Abs. 6 BauO Bln fordert für die Decke über dem obersten Bestandsgeschoss eine feuerhemmende Ausführung, sobald darüber ausgebaut wird. Der Bodenaufbau im Bad liegt auf genau dieser Decke. Schüttung und Estrichplatten stimmen wir deshalb mit dem Brandschutznachweis ab, den der Planer aufstellt.
In Häusern der Gebäudeklassen 4 und 5 wird die Standsicherheit bauaufsichtlich geprüft. Das typische fünfgeschossige Gründerzeithaus mit ausgebautem Dach gehört in der Regel zur Gebäudeklasse 5. Das Gewicht des Bades geht daher in die Rechnung zur Statik unter dem Dach ein, lange bevor wir die erste Fliese anrühren.
Wofür Sie einen anderen Betrieb brauchen
Fliesen legen wir dort, wo ein Dachgeschoss entsteht oder erneuert wird. Bei diesen drei Anliegen rufen Sie besser zuerst jemand anderen an:
- Nach einem Unwetter tropft Wasser durch die Decke ins Bad. Zuerst hilft ein Dachdecker mit Notdienst, denn wir bauen in geplanten Abschnitten und nicht im Stundeneinsatz.
- Unter alten Fliesen besteht Verdacht auf asbesthaltigen Kleber. Ausbau und Freimessung übernimmt ein Fachbetrieb für Schadstoffsanierung als eigenen Auftrag, danach fliesen wir auf sauberem Grund.
- Die Last des Bades braucht einen rechnerischen Nachweis. Den Standsicherheitsnachweis stellt der Tragwerksplaner aus, wir binden ihn ein und liefern ihm Aufbau und Gewichte.
Fliesenbäder unter Dächern von Pankow bis Steglitz
In Rohlingen in Prenzlauer Berg fliesen wir Bäder rund um Kollwitzplatz und Helmholtzplatz, oft im Seitenflügel über einem engen Hof. Im Samariterviertel in Friedrichshain liegen die Bäder häufig direkt an der Brandwand. Im Bayerischen Viertel in Schöneberg sind die Nachkriegsdächer flacher, dort bekommt das Bad mehr Schräge als Wand.
Die hohen Dachräume im Rheingauviertel von Wilmersdorf lassen große Formate zu. In Pankow bauen wir Bäder unter dem Walmdach der Stadtvillen in Niederschönhausen. Im Zeilenbau der 1950er in Steglitz wird es enger, dort planen wir Dusche und Waschtisch um den niedrigen Kniestock herum.
Wo Sie tiefer einsteigen können
- Bad unter dem Dach planen: Leitungsweg zum Strang, Duschplatz und Kosten des ganzen Bades.
- Wasser und Wärme nach oben bringen: wie Leitungen und Heizkreis ins Dach kommen.
- Wände und Schrägen aus Gipsplatten: der Untergrund, auf dem die Fliese später sitzt.
- Schüttung, Trittschall, Trockenestrich: der Bodenaufbau über der Balkenlage im Detail.
- Leise über der Wohnung darunter: was gegen Trittschall und Wassergeräusche hilft.
- Kosten für das ganze Dach: der Rechner mit Bad als Zuschlag.
Ihr Bad im Dach durchsprechen
Wir kommen zum kostenlosen Termin auf den Dachboden, messen die Flächen und sehen uns Decke, Schräge und Leitungsweg an. Aus dem Aufmaß entsteht ein Angebot mit festem Preis, gegliedert nach Gewerken. Unser Telefon unter 030 8268 9996 ist Mo–Fr 7–18 Uhr besetzt. Gern auch über das Formular unten auf der Seite, am besten mit Grundfläche und einem Foto der Schräge.
