Decken, die für Werkstätten gerechnet sind
Fabrikdecken wurden für Maschinen und Lager bemessen und tragen in der Regel mehr als eine Wohnung braucht. Trotzdem rechnet der Tragwerksplaner jede neue Last nach, vor allem schwere Bäder und Trennwände. Durchbrüche und Kernbohrungen in Stahlbeton setzen wir erst nach seiner Freigabe, damit keine Bewehrung getroffen wird. Wo ein Wechsel oder eine Verstärkung nötig ist, kostet ein eingebauter Stahlträger erfahrungsgemäß 2.500 bis 8.000 Euro.
Gusseiserne Stützen und ihr Brandschutz
Bei der Umnutzung zu Wohnraum müssen bestehende Bauteile nach § 48 Abs. 5 BauO Bln die Brandschutzanforderungen der §§ 27 bis 32 nicht einhalten. Die Bauaufsicht kann bei einer Gefahr trotzdem Anpassungen verlangen. Welche Stützen und Unterzüge eine Bekleidung bekommen, legt der Brandschutzplaner fest. Eine Nutzungseinheit über 400 Quadratmetern Brutto-Grundfläche schließt außerdem die Gebäudeklasse 4 aus.
Wasser und Abwasser in der offenen Etage
Gewerbeetagen haben meist nur wenige Anschlüsse, oft in einer Ecke. Für Bad und Küche in der Mitte bauen wir ein Podest, unter dem Abwasserleitungen mit Gefälle zum Strang laufen. Die Anbindung an die Steigleitungen liegt erfahrungsgemäß bei 2.500 bis 5.000 Euro je Wohnung. Eine Fußbodenheizung im Trockensystem passt gut auf die großen Flächen und kostet 70 bis 120 Euro je Quadratmeter.
Licht bis in die Raumtiefe
Jeder Aufenthaltsraum braucht nach § 47 Abs. 2 BauO Bln Fenster mit mindestens einem Achtel seiner Netto-Raumfläche. In tiefen Etagen liegen deshalb die Wohn- und Schlafräume an der Fassade und die Nebenräume in der Mitte. Die Mindesthöhe von 2,40 Metern ist in Fabriketagen fast immer erreicht. Alte Stahlfenster tauschen wir gegen neue Fenster mit ähnlicher Teilung, damit der Charakter der Etage bleibt.
Das Dach im geschlossenen Block
Unter dem Berliner Dach trägt eine Holzbalkendecke, deren Reserven der Tragwerksplaner vor dem Ausbau bestimmt. Feuerhemmend muss dabei die Decke über dem letzten Bestandsgeschoss werden. Zur Brandwand des Nachbarn bleibt bei jedem neuen Dachfenster und jeder Gaube ein Abstand von 1,25 Metern oder mehr. In Seitenflügeln und Hinterhäusern fehlt oft eine Aufstellfläche für die Drehleiter, dann verlangt die Bauaufsicht einen zweiten baulichen Rettungsweg.