Über dem Dachgeschoss eines Mietshauses aus der Zwischenkriegszeit sitzt eine Luke, und dahinter beginnt ein niedriger, dreieckiger Raum bis unter den First. Das ist der Spitzboden, die Ebene über der Kehlbalkenlage. In vielen Berliner Mehrfamilienhäusern mit steilem Satteldach ist er staubig, ungedämmt und nur über eine Klapptreppe zu erreichen. Mit einem tragfähigen Boden, einer Dämmung und etwas Licht wird er zur Schlafebene der Wohnung darunter, zum Leseplatz unter dem First oder zu einem trockenen Stauraum.
Welche Nutzung passt, zeigt die Höhe. Ein niedriger Spitzboden, in dem man nur in der Mitte aufrecht steht, spielt seine Stärke als Stauraum aus und hält die Zimmer darunter frei. Ein höherer bietet Platz für eine Matratze unter dem Dachfenster, einen Schreibtisch am Giebel oder eine Galerie über dem Wohnraum. Beides planen wir so, dass Treppe, Licht und Dämmung zur gewählten Nutzung passen.
Meist gehört der Spitzboden zu einem größeren Vorhaben: Wir bauen das Dachgeschoss darunter zu Wohnungen aus und schlagen jeder die Ebene über den Kehlbalken als Galerie zu. Wie der Ausbau des Dachbodens im Ganzen läuft, steht auf einer eigenen Seite. Sind die Dachwohnungen schon bewohnt, ergänzt der Spitzboden sie um eine kleine Ebene, ohne dass der Grundriss darunter neu gedacht werden muss.







