Stehhöhe unter dem Kehlbalken und darüber
Die Kehlbalkenlage teilt den Dachraum in ein Hauptgeschoss und einen Spitzboden. Unter den Kehlbalken entsteht die Wohnung, darüber bleibt oft Raum für eine Galerie oder Stauraum. Für jeden Aufenthaltsraum im Mietshaus muss mindestens die Hälfte der Netto-Raumfläche 2,20 m lichte Höhe haben. Ecken, die höchstens 1,50 m hoch sind, fallen aus dieser Rechnung heraus (§ 47 Abs. 1 BauO Bln).
Holzbalken oder schon Massivdecke
Im Gründerzeithaus in Alt-Treptow finden wir als oberste Decke fast immer Holzbalken. In den Häusern der zwanziger Jahre ist das Bild gemischter, je nach Bauherr und Baujahr. Was wirklich verbaut ist, zeigt eine kleine Öffnung beim Termin. Danach entscheidet der Tragwerksplaner, ob die Decke Bad und Estrich trägt oder Verstärkung braucht.
Steigleitungen aus der Bauzeit bis unters Dach
Die Stränge im Treppenhaus oder in der Küchenwand enden im obersten Geschoss. Für die neuen Wohnungen verlängern wir sie ins Dach, oft zusammen mit einer Erneuerung vom Keller an. Das geschieht im bewohnten Haus, strangweise und mit angekündigten Abschaltungen. Die Anbindung einer neuen Wohnung kostet erfahrungsgemäß 2.500 bis 5.000 €.
Anleitern von der Straße und vom Hof
Ab einer Brüstungshöhe von 8 m reicht die Steckleiter nicht mehr, dann braucht die Feuerwehr ein Hubrettungsfahrzeug. Die Drehleiter erreicht laut Merkblatt der Berliner Feuerwehr Aufenthaltsräume bis 22 m Fußbodenhöhe, wenn Zufahrt und Aufstellfläche stimmen. Zur Straße klappt das meist. Im Hof fehlt oft die Fläche, und dann verlangt die Bauaufsicht einen zweiten baulichen Rettungsweg.
Dämmen unter großen Dachflächen
Ein steiles Dach hat viel Fläche im Verhältnis zur Grundfläche. Schon bei 45 Grad Neigung ist die Dachfläche rund 1,4-mal so groß wie die überdeckte Grundfläche. Neue Dachflächen samt Gauben erreichen nach Anlage 7 GModG einen U-Wert von höchstens 0,24 W/(m²K). Bei mehr als 50 m² neuer Fläche kommt der Nachweis zum sommerlichen Wärmeschutz dazu.