In Häusern, die bis zum Beginn des vorigen Jahrhunderts entstanden sind, liegen überwiegend Holzbalkendecken, auch als oberste Decke. Zwischen den Balken sitzt meist ein Einschub mit Lehm oder Schüttung, oben liegen Dielen, unten trägt die Decke den Putz der Wohnung darunter. Beim Ausbau bestimmt diese Decke die Statik, den Trittschall zur Nachbarwohnung und den Brandschutz. Was sie aufnehmen kann, hängt an Querschnitt und Abstand der Balken, an der Spannweite und am Zustand des Holzes.
Der Tragwerksplaner braucht dafür echte Maße statt Annahmen. Wir öffnen die Dielen an einigen Stellen, messen Balken und Abstände und prüfen das Holz auf Schädlinge, Fäulnis und alte Anstriche. Besteht Verdacht auf Holzschutzmittel oder andere Schadstoffe, holen wir einen Gutachter dazu. Laut Gutachterausschuss Berlin gehören Deckenverstärkungen zu den Posten, die den Aufwand beim Ausbau eines Dachrohlings bestimmen.
Balkenköpfe und Auflager
Eine empfindliche Stelle liegt dort, wo die Balken in der Außenwand aufliegen. Dringt über Jahre Feuchte ins Mauerwerk, leiden die Balkenköpfe zuerst. Wir legen diese Stellen frei, sobald sich im Dach Hinweise zeigen, etwa alte Wasserflecken oder federnde Dielen am Rand. Geschädigte Köpfe werden nach Vorgabe des Planers ersetzt oder ergänzt, neue Auflager entstehen aus Mauerwerk, Beton oder Stahl.
Wie solche Auflager, Brandwände und Wechsel im Mauerwerk entstehen, beschreibt die Seite zu den Maurerarbeiten unter dem Dach.
Verstärken: Holz neben Holz oder Stahl darunter
Rechnet die Decke nicht aus, gibt es mehrere Wege. Neben die alten Balken kommen neue Hölzer oder Laschen, die fest mit ihnen verbunden werden. Zwischen die Balken lassen sich zusätzliche Balken mit eigenen Auflagern legen. Wo große Lasten und weite Spannweiten zusammenkommen, übernimmt ein Stahlträger einen Teil der Last.
Für einen eingebauten Stahlträger zum Wechsel oder zur Verstärkung gelten meist 2.500 bis 8.000 Euro je Träger. Wo der Preis in dieser Spanne landet, hängt an Länge, Profil und Einbausituation. Ins Dach kommt der Träger über das Treppenhaus, über einen Materialaufzug an der Fassade oder mit dem Kran. Welche Lösung passt, entscheidet die Rechnung des Planers, nicht der Preis allein.
Ein Wechsel an jeder neuen Öffnung
Jede neue Öffnung in der Balkenlage unterbricht Balken. Ein Wechsel ist ein Querholz oder Stahlteil, das die Last der unterbrochenen Balken auf ihre Nachbarn verteilt. Das gilt für die Treppenöffnung einer Maisonette ebenso wie für einen Leitungsschacht, der einen Balken kreuzt. Öffnungen in Decken mit Feuerwiderstand erlaubt § 31 Abs. 4 BauO Bln innerhalb einer Nutzungseinheit von höchstens 400 Quadratmetern über höchstens zwei Geschosse.
Für einen Deckendurchbruch in der Holzbalkendecke rechnen wir erfahrungsgemäß mit 3.500 bis 8.000 Euro je Öffnung. Darin sind Statik, Wechsel, Brandschutzbekleidung und Randabschluss enthalten. Für die Rechnung allein nennt ein Berliner Statikbüro einen Festpreis von 999 Euro.