Berliner Dach, Satteldach und die nutzbare Höhe
Das Berliner Dach der Victoriastadt steigt zur Straße steil an und läuft zum Hof flach aus. Unter dem flachen Teil bleibt oft genug Höhe für Wohnräume, an der steilen Seite helfen Gauben. Im Satteldach mit Kehlbalkenlage liegt die nutzbare Fläche darunter, darüber bleibt ein Spitzboden. Nach § 4 WoFlV zählt Fläche ab 2 m Höhe voll, zwischen 1 und 2 m zur Hälfte und darunter gar nicht.
Die Balkenlage zwischen alten und neuen Wohnungen
Die oberste Decke ist im Gründerzeithaus in der Regel eine Holzbalkendecke mit Einschub und Schüttung. Gebaut wurde sie für Wäsche und Gerümpel, nicht für ein Bad mit gefüllter Wanne. Der Tragwerksplaner prüft, ob die Balken die neue Last tragen oder verstärkt werden. Liegt die Decke künftig zwischen zwei Wohnungen, kommen Brandschutz und Trittschall als Aufgaben hinzu.
Wasser und Wärme bis unter den First
Im Mietshaus enden die Steigleitungen meist im obersten Vollgeschoss. Für jede Dachwohnung verlängern wir sie nach oben oder ziehen einen neuen Schacht neben dem Schornstein hoch. Das neue Bad planen wir möglichst über den Bädern darunter, dann bleiben die Wege für das Abwasser kurz. Die Anbindung einer neuen Wohnung an die Steigleitungen kostet erfahrungsgemäß 2.500 bis 5.000 €.
Rettungsweg über Steckleiter oder Drehleiter
Jede neue Dachwohnung muss sich auf zwei Wegen verlassen lassen. Der erste führt über das Treppenhaus, der zweite meist über ein Fenster, an das die Feuerwehr anleitert. Die Steckleiter erreicht laut Merkblatt der Berliner Feuerwehr Brüstungen bis 8 m, darüber braucht es die Drehleiter mit Aufstellfläche. Das Fenster öffnet sich lichte 0,90 m breit und 1,20 m hoch und sitzt im Dach waagerecht höchstens 1 m hinter der Traufkante.
Dämmung zwischen schmalen Sparren
Alte Sparren sind oft niedriger als heutige, und zwischen ihnen passt nur begrenzt Dämmstoff. Für diesen Fall lässt Anlage 7 GModG die höchstmögliche Dämmdicke genügen, mit λ 0,035 oder bei Einblas- und Naturdämmstoff 0,045. Hinter der Abkürzung steckt das Gebäudemodernisierungsgesetz, seit Juli 2026 der neue Name des Gebäudeenergiegesetzes. Eine zusätzliche Lage unter den Sparren bringt Dicke und lässt Platz für Leitungen, ohne die Dampfbremse zu durchstoßen.