Steile Straßenseite, flache Neigung im Nachkriegsbau
Im Gründerzeithaus zeigt sich zur Straße eine steile Fläche, typisch um 60 Grad, zum Hof meist um 45 Grad. Bei 60 Grad gewinnt der Raum je Meter Abstand von der Traufe gut 1,70 Meter an Höhe, bei 30 Grad knapp 58 Zentimeter. Das erklärt, warum der Altbauboden oft viel Stehhöhe hergibt und der Nachkriegsboden wenig. Maßgeblich ist § 47 BauO Bln in der Fassung seit 23.07.2026: 2,20 Meter über mindestens der Hälfte der Netto-Raumfläche, Raumteile bis 1,50 Meter zählen dabei nicht mit.
Holzbalken über dem Altbau, Massivdecke über der Zeile
Über dem obersten Altbaugeschoss liegt fast immer eine Holzbalkendecke mit Einschub und Schüttung. Ob sie die neue Wohnung trägt, rechnet der Tragwerksplaner nach, und wo nötig verstärken wir sie mit Balken oder Stahlträgern nach seiner Statik. Beim Ausbau muss diese Decke nach § 48 Abs. 6 BauO Bln feuerhemmend sein, also die Anforderungen der Gebäudeklasse 3 erfüllen. In vielen Zeilen der 1950er liegt oben dagegen eine massive Decke, deren Bauart die Bauakte oder eine Probeöffnung zeigt.
Vom Küchenstrang bis unter den First
Wasser und Abwasser holen wir im Altbau meist aus dem Strang, der durch Küchen und Bäder der Wohnungen darunter läuft. Die Verlängerung ins Dach bedeutet angekündigte Abschaltungen für das ganze Haus. Die Heizung kommt über einen verlängerten Heizkreis oder als eigene Anlage in die neue Wohnung. In der Zeile liegen Bad und Küche meist übereinander, dafür ist im niedrigen Dachraum wenig Platz für die Leitungsführung.
Hof, Straße und die Leiter der Feuerwehr
Jede neue Wohnung braucht zwei Rettungswege, der zweite führt im Bestand oft über Rettungsgeräte der Feuerwehr. Das Rettungsfenster hat eine lichte Öffnung von mindestens 0,90 mal 1,20 Metern und liegt im Dach höchstens einen Meter waagerecht von der Traufkante entfernt. Zur Straße erreicht die Drehleiter nach dem Merkblatt der Berliner Feuerwehr Aufenthaltsräume bis 22 Meter Fußbodenhöhe. Im Hof fehlt dafür oft die Aufstellfläche, und dann verlangt die Bauaufsicht einen zweiten baulichen Rettungsweg.
Dämmen zwischen alten und neuen Sparren
Wie viel Dämmung zwischen die Sparren passt, bestimmt ihre Höhe. Für erneuerte Dachflächen nennt Anlage 7 GModG einen U-Wert von höchstens 0,24 W/(m²K). Reicht die Sparrenhöhe dafür nicht, genügt die höchstmögliche Dämmdicke mit Wärmeleitfähigkeit 0,035, bei Einblasdämmung oder Naturdämmstoffen 0,045. Ab 50 Quadratmetern neuer Nutzfläche ist zusätzlich der sommerliche Wärmeschutz nachzuweisen. Wie wichtig er ist, merkt unter einer Südschräge im Juli jeder.