Wie viel Last der Plattenbau aufnimmt
Ein Plattenbau trägt über seine Wandscheiben aus Beton, die Decken sind ebenfalls vorgefertigte Betonplatten. Ob diese Teile und die Gründung ein weiteres Geschoss aufnehmen, rechnet der Tragwerksplaner nach. Holzbauweise hält die Zusatzlast klein, deshalb passt sie hier besonders gut. Bei Gebäuden der Klassen 4 und 5 prüft die Bauaufsicht den Standsicherheitsnachweis zusätzlich.
Das geneigte Dach im kleinen Mietshaus
Im älteren Mietshaus liegt über dem obersten Geschoss meist eine Holzbalkendecke. Sie war für Wäsche und Gerümpel gedacht, nicht für Estrich und Bad. Für einen Aufenthaltsraum im Dachraum braucht mindestens die Hälfte der Netto-Raumfläche 2,20 m lichte Höhe. Was niedriger als 1,50 m ist, zählt für diesen Nachweis nicht. Wo die Höhe fehlt, setzt eine Gaube an.
Stränge aus dem Schacht nach oben
Im Plattenbau liegen Wasser, Abwasser und Heizung meist gebündelt in Installationsschächten neben Bad und Küche. Für die neuen Wohnungen verlängern wir diese Stränge durch das Dach nach oben. Jede neue Wohnung an die Steigleitungen anzuschließen, liegt als Richtwert bei 2.500 bis 5.000 €. Abschaltungen im bewohnten Haus kündigen wir mit Vorlauf an.
Rettungsweg über die Drehleiter
Die Fußböden einer Aufstockung auf einem Sechsgeschosser liegen weit über 8 m. Führt der zweite Rettungsweg über Geräte der Feuerwehr, braucht es deshalb eine Aufstellfläche für die Drehleiter. Das Merkblatt der Berliner Feuerwehr nennt dafür 3 bis 12 m Abstand zur Fassade und mindestens 5,5 m Breite. Fehlt diese Fläche, plant der Brandschutzplaner einen zweiten baulichen Rettungsweg.
Dämmen, abdichten, Sommerhitze bremsen
Das neue Geschoss bekommt ein gedämmtes, abgedichtetes Dach, dessen Wärmeschutz der Planer nach dem GModG nachweist, dem umbenannten Gebäudeenergiegesetz. Entstehen mehr als 50 m² neue Nutzfläche am Stück, gehört ein Nachweis zum sommerlichen Wärmeschutz dazu. Im geneigten Dach des Mietshauses dämmen wir zwischen und unter den Sparren. Die BEG Einzelmaßnahmen fördern die Dämmung von Dachflächen mit 15 %, wenn das Schrägdach U ≤ 0,14 erreicht und der Antrag vorher mit einem Energieeffizienz-Experten gestellt ist. Diese Förderangaben haben den Stand September 2026.