Wann der Dachraum Wände, Decken und Kanten bekommt
Das Dach ist dicht, die Gauben sitzen, und zwischen den Sparren hängt schon die Dampfbremse. Von diesem Tag an entscheidet der Trockenbau, wie sich der Raum anfühlt. Er legt fest, wo Wände stehen, wie hoch die Decke unter der Kehlbalkenlage liegt und wie sauber die Kante an der Gaube wird. Im Dachgeschoss ist er das Gewerk, das aus Sparrenfeldern einen Grundriss macht.
Wer aus einem leeren Dachraum Wohnraum macht, gibt nach unseren Erfahrungswerten rund 16 % der Bausumme für Trockenbau, Putz und Brandschutz aus. Beim Rohling mit fertiger Hülle wächst dieser Anteil auf etwa 22 %, weil Dach und Fenster dann schon bezahlt sind. Wie ein solcher Kauf zum Ausbau wird, beschreibt die Seite zum Rohling mit Ausbaurecht.
Ein dritter Anlass ist die Dachwohnung aus den 1990er-Jahren, deren Verkleidung Risse zeigt und deren Dämmung heute knapp wirkt. Hier kommt die alte Schale zuerst heraus, danach entsteht die neue. Was bei solchen Wohnungen sonst noch ansteht, steht unter Dachgeschosswohnung renovieren.
Vom Sparrenfeld zur fertigen Fläche
Unterkonstruktion an Sparren, die nie gerade waren
Wer in einem Mietshaus von 1900 eine Richtlatte an die Sparren hält, sieht Abweichungen von Feld zu Feld. Wir gleichen das mit verstellbaren Abhängern und Metallprofilen aus, bis die Unterkonstruktion eine Ebene bildet. Die Platten folgen danach dieser Ebene und nicht dem alten Holz. So bleibt die Schräge auch unter einem großen Dachfenster ruhig im Licht.
Schräge, Kehlbalkendecke und Luke zum Spitzboden
Unter der Schräge schrauben wir Gipskarton oder Gipsfaser auf die Unterkonstruktion, meist mit einer Installationsebene dahinter. In dieser Ebene laufen Kabel und dünne Leitungen, ohne dass jemand die Dampfbremse durchsticht. Unter der Kehlbalkenlage entsteht eine waagerechte Decke, deren Höhe wir vor dem Bau mit dem Planer festlegen. Bleibt der Spitzboden als Stauraum, bekommt diese Decke eine gedämmte und luftdichte Luke.
Kniestockwand und Abseite
Die Kniestockwand, oft auch Drempelwand genannt, trennt den Wohnraum von der niedrigen Zone an der Traufe. Ihre Lage bestimmt, wie viel Fläche davor nutzbar ist und wie viel Stauraum dahinter bleibt. Läuft die Dämmung in der Schräge bis zur Traufe durch, bleibt die Abseite warm. Endet sie an der Kniestockwand, dämmen wir die Wand und den Boden der Abseite mit.
Trennwände zwischen Zimmern und Wohnungen
Zwischen zwei Kinderzimmern genügt häufig eine einfach beplankte Ständerwand. Am Schlafzimmer und am Bad planen wir sie doppelt beplankt und gedämmt, weil sie dort Geräusche abhalten soll. Zum Bad hin kommen feuchtebeständige Platten auf die Ständer. Teilt eine Wand zwei Wohnungen unter demselben Dach, bestimmen Schall- und Brandschutznachweis des Planers ihren Aufbau.
Die Gaube von innen
Eine Gaube hat innen zwei Wangen, eine kleine Decke und die Laibung rund um das Fenster. Diese Flächen erhalten dieselbe Unterkonstruktion und dieselbe Oberflächenstufe wie die Schräge daneben. An den Außenecken setzen wir Kantenprofile, damit die Linien auch nach Jahren gerade bleiben. Wer eine Gaube neu bauen lässt, findet die fertige Innenseite mit dem Faktor 1,12 im Gaubenpreis wieder.
Q-Stufen im Licht der Dachfenster
Die Stufe Q2 genügt für Flächen, auf die ein normaler Anstrich oder eine Tapete kommt. Unter einem Dachfenster streift das Licht allerdings flach über die Platten und zeigt jede Spachtelkante. Dort spielt Q3 seine Stärke aus, und für glatte, matte Flächen im Streiflicht ist Q4 die passende Stufe. Nach unseren Erfahrungswerten kostet Q3 etwa 12 % und Q4 etwa 25 % mehr als Q2.
Was Berliner Dächer dem Trockenbau vorgeben
Das Berliner Dach der Gründerzeit zeigt zur Straße eine steile Fläche von typisch um 60 Grad und knickt dann in ein fast flaches Mittelteil. Hofseitig liegt die Schräge meist flacher, um 45 Grad. Für den Trockenbau heißt das: zwei Neigungen, eine hohe Kante am Knick und viel waagerechte Decke dazwischen. Konstruktiv ist dieses Dach eine vereinfachte Mansarde, und so planen wir auch die Unterkonstruktion.
Landhäuser aus den 1910er-Jahren tragen oft ein hohes Steildach mit Kehlbalkenlage. Dort entsteht gern eine offene Galerie, deren Untersicht und Stirnseiten wir verkleiden. Villen mit Walmdach bringen einen kurzen First und viele Grate, an denen jede Platte schräg zugeschnitten wird. In den Siedlungshäusern der 1920er- und 1930er-Jahre sind die Räume klein und der Spitzboden niedrig.
Anders die flach geneigten Satteldächer der 1950er- und 1960er-Jahre: Dort zählt jeder Zentimeter Höhe. Wir halten die Untersparrenebene deshalb so schlank, wie Dämmung und Leitungen es erlauben. Laut Gutachterausschuss Berlin wurden Dachräume im Westteil weitgehend seit Mitte der 1980er ausgebaut, im Ostteil seit den 1990ern. Viele dieser Verkleidungen stehen heute zur Erneuerung an.
Preise für Trockenbau unter dem Dach
| Leistung | Preis | Bezugsgröße |
|---|---|---|
| Dachschräge verkleiden, Unterkonstruktion und Gipskarton Q2 | 55–95 € | je m² Dachfläche |
| Zwischen- und Untersparrendämmung mit Gipskarton Q2 | 140–220 € | je m² Dachfläche |
| Wie vor, gespachtelt Q3 und gestrichen | 165–255 € | je m² Dachfläche |
| Ständerwand einfach beplankt | 45–75 € | je m² Wandfläche |
| Ständerwand doppelt beplankt, gedämmt | 62–95 € | je m² Wandfläche |
| Kniestockwand (Drempelwand) in Trockenbau | 55–90 € | je m² Wandfläche |
| Brandschutzbekleidung an Balkenlage oder Decke | 70–130 € | je m² Bauteilfläche |
| Stauraum im Kniestock mit Schiebetüren | 600–1.200 € | je laufendem Meter |
| Oberfläche Q3 oder Q4 statt Q2 | +12 % oder +25 % | auf den Q2-Preis |
Die Zahlen sind Erfahrungswerte aus Berliner Dachräumen, brutto und mit Stand September 2026, keine Angebote. Die Schräge rechnen wir nach Dachfläche und nicht nach Grundfläche. Bei 45 Grad Neigung ist die Dachfläche rund das 1,4-Fache der Fläche, die sie überdeckt. Ein Dachraum mit 60 m² Grundfläche bringt so etwa 84 m² Schräge, deren reine Verkleidung bei rund 4.600 bis 8.000 € liegt.
Muss zuerst eine alte Verkleidung heraus, rechnet sich die Dämmung von innen erfahrungsgemäß mit dem Faktor 1,25. Holzfaser oder Zellulose statt Mineralwolle bringen den Faktor 1,2. Den verbindlichen Betrag enthält erst das Festpreisangebot, das wir nach dem Aufmaß auf Ihrem Dachboden schreiben. Der Termin dafür kostet nichts.
Wie die Wochen im Trockenbau verlaufen
Bevor die erste Platte kommt, sind Dach, Gauben und Fenster dicht, und die Leitungen liegen im Rohbau. Dann folgen Dämmung und Dampfbremse, anschließend Unterkonstruktion und Installationsebene. Die Flächen schließen wir erst, wenn Elektro und Sanitär darin fertig und fotografiert sind. Brandschutzbekleidungen und Trennwände entstehen im selben Zug, das Spachteln danach.
Für die Dämmung von innen samt Verkleidung rechnen wir bei 80 m² Dachfläche erfahrungsgemäß 1 bis 2 Wochen. Ein kompletter Ausbau mit rund 60 m² Grundfläche dauert 10 bis 16 Wochen, und der Trockenbau liegt in dessen mittlerem Abschnitt. Ist die Hülle schon fertig, läuft der Innenausbau von 60 bis 80 m² in 6 bis 10 Wochen. Dann stehen die ersten Profile oft schon in der zweiten Woche.
Stellen, an denen Trockenbau teuer wird
- Anschlüsse der Dampfbremse. An Brandwand, Schornstein, Pfette und Fensterlaibung entscheidet sich, ob die Hülle luftdicht bleibt. Diese Stellen kleben wir vor dem Beplanken und sehen sie einzeln durch.
- Höhe unter dem Kehlbalken. Jede Abhängung nimmt Raumhöhe weg, und im Dachraum zählt die Fläche mit mindestens 2,20 m. Die Deckenhöhe steht deshalb fest, bevor Profile bestellt werden.
- Lasten an der Wand. Hängeschrank, Waschtisch und Wandbord brauchen Traversen, die vor der Beplankung eingebaut werden.
- Revisionsöffnungen. Absperrungen, Verteiler und Lüftungsgeräte brauchen Klappen, die später jemand findet.
- Altes Holz, alte Dämmung. Riecht der Dachstuhl nach Holzschutzmittel oder liegt alte Mineralwolle in den Feldern, kommt vor dem Weiterbau ein Gutachter dazu.
- Übergang zum Altputz. Zwischen Gipskarton und Putz an Brandwand oder Giebel setzen wir eine Trennfuge, damit Bewegungen im Holz keine Risse ziehen.
Brandschutz und Raumhöhe nach der Bauordnung
Ein fünfgeschossiges Gründerzeithaus mit ausgebautem Dach fällt in der Regel in die Gebäudeklasse 5. Für den Ausbau verlangt § 48 Abs. 6 BauO Bln trotzdem nur die Anforderungen der Gebäudeklasse 3. Die Decke über dem obersten Bestandsgeschoss und neue tragende Bauteile müssen also feuerhemmend sein. Laut Gesetzesbegründung heißt das F 30, also 30 Minuten Feuerwiderstand.
Häufig übernimmt eine Bekleidung aus Gipsplatten diese Aufgabe, an der Balkenlage oder an neuen Hölzern. In den Gebäudeklassen 4 und 5 prüft die Bauaufsicht den Brandschutznachweis auch dann, wenn der Ausbau in der Genehmigungsfreistellung läuft. Den Nachweis stellt der Planer aus. Wir bauen nach seinen Vorgaben und dokumentieren jede Bekleidung mit Fotos.
Für die Raumhöhe gilt im Dachraum § 47 Abs. 1: 2,20 m lichte Höhe über mindestens der Hälfte der Netto-Raumfläche. Raumteile bis 1,50 m lichter Höhe bleiben dabei außer Betracht, was die Lage der Kniestockwand beeinflusst. Für Wohngebäude der Gebäudeklassen 1 und 2 gilt diese Regel nicht. Die Wohnfläche nach WoFlV folgt eigenen Grenzen bei 1 m und 2 m, und der Wohnflächenrechner hält beides auseinander.
Entstehen mehr als 50 m² neue Nutzfläche, verlangt § 39 GModG zusätzlich einen Nachweis zum sommerlichen Wärmeschutz. Eine doppelte Beplankung bringt dabei etwas Speichermasse in die Schräge. So steht es im September 2026 im Gesetz. Planer und Bauaufsicht bestätigen uns diesen Stand, bevor das Angebot hinausgeht.
Eine Innenschale, ein Vertrag
In der Schräge greifen drei Arbeiten ineinander: Leitungen in der Installationsebene, Platten davor, Spachtel und Farbe darauf. Den Trockenbau bekommen Sie bei uns aus einer Hand. Spachtel- und Malerarbeiten übernehmen unsere eigenen Leute. Die Elektrik legen feste Partnerbetriebe, mit denen wir seit Jahren zusammen bauen, und ihre Tage stehen im selben Plan.
Sie unterschreiben dafür einen einzigen Vertrag mit uns. Ein Bauzeitenplan regelt, wann welche Fläche offen ist, und ein Bauleiter beantwortet Ihre Fragen. Als Meisterbetrieb gehen wir am Ende mit Ihnen durch jeden Raum und halten das Ergebnis im Protokoll fest.
Wofür Sie einen anderen Betrieb brauchen
- Ein undichtes Dach nach einem Sturm, das sofort geflickt werden soll, gehört zu einem Dachdecker mit Notdienst. Wir arbeiten in geplanten Bauabschnitten.
- Die Entfernung von Asbest, Mineralfasern oder belastetem Holz im Dachstuhl als eigener Auftrag samt Freimessung liegt bei spezialisierten Schadstoffsanierern.
- Den Nachweis für Bekleidung und Tragwerk unterschreibt ein Planer, ebenso die Unterlagen für die Bauaufsicht. Wir holen sein Büro früh dazu und schrauben nach seinen Details.
- Eine Bodentreppe aus dem Baumarkt setzen Sie selbst oder mit einem Montagedienst ein. Unsere Treppen entstehen als Teil eines Ausbaus.
Dachräume, in denen wir Wände stellen
In Charlottenburg verkleiden wir hohe Mansarden über Geschossen von rund vier Metern. Im Rheingauviertel in Wilmersdorf geht es oft um die Galerie im Kehlbalkenraum. Friedenau bringt verwinkelte Dachräume mit Turmzimmern, in denen kaum eine Platte im Standardmaß bleibt.
In Lichterfelde schließen wir Walmdächer von Villen, in Zehlendorf die kleinen Dachräume der Siedlungshäuser. Den niedrigen Dachraum der Nachkriegszeilen in Steglitz planen wir mit besonders schlanker Untersparrenebene.
Wo Sie tiefer einsteigen können
- Dämmung von innen: Zwischen- und Untersparren, Dampfbremse und die geforderten U-Werte.
- Kosten der Dachdämmung: der Rechner mit der Umrechnung von Grundfläche auf Dachfläche.
- Was ein Kniestock ist: wie seine Höhe Stehhöhe und Wohnfläche verschiebt.
- Schränke in der Abseite: Stauraum mit Schiebetüren hinter der Drempelwand.
- Brandschutz im Dachgeschoss: Gebäudeklassen, Rettungsweg und Bekleidungen.
- Anstrich der Schräge: Kanten, Farbe und Streiflicht.
Schräge, Wand, Brandschutz: der erste Termin
Zuerst kommen wir auf Ihren Dachboden, sehen uns Sparren und Kehlbalken an und messen jede Fläche auf. Der Termin kostet nichts, und das Festpreisangebot danach führt den Trockenbau als eigenes Gewerk. Erreichbar sind wir unter 030 8268 9996, montags bis freitags von 7 bis 18 Uhr. Maße und Fotos der Schrägen nimmt das Formular unten auf der Seite entgegen.
