Wo unter dem kurzen First Stehhöhe bleibt
Ein Walmdach neigt sich nach allen vier Seiten, deshalb ist der First kurz und die volle Höhe auf einen Streifen in der Mitte beschränkt. Unter einem Zeltdach laufen alle Flächen in einer Spitze zusammen, und die Stehhöhe bildet ein Quadrat um den Mittelpunkt. Gauben und Erker weiten diese Zone nach außen. Im Haus mit mehr als zwei Wohnungen gilt § 47 BauO Bln mit seinen 2,20 Metern über der Hälfte der Netto-Raumfläche.
Balkenlagen der Kaiserzeit
Unter dem Dachboden liegt in Villa und Mietshaus fast immer eine Holzbalkendecke mit Einschub und Schüttung. Für eine Abstellfläche reicht sie, für Bäder mit Estrich und Wanne rechnet der Tragwerksplaner nach. Oft genügen zusätzliche Balken oder ein Stahlträger nach Statik, die wir aus einer Hand einbauen. Wer die neue Wohnung vermietet, rechnet nach § 4 WoFlV: Unter 1 Meter Höhe zählt nichts, bis unter 2 Meter die Hälfte, darüber alles.
Vom Heizungskeller bis unter den Walm
In der aufgeteilten Villa beginnt jede Leitung im Keller und muss durch zwei oder drei bewohnte Geschosse nach oben. Wir führen sie durch vorhandene Schächte, alte Kaminzüge nach Prüfung oder durch einen neuen Installationsschacht im Treppenhaus. Ein Heizkreis mit zwei bis vier Heizkörpern lässt sich meist ins Dach verlängern. Für die neue Wohnung planen wir eigene Zähler und Absperrungen, damit Vermietung und Abrechnung sauber getrennt bleiben.
Gebäudeklasse und der Weg der Feuerwehr durch den Garten
Mit der zusätzlichen Wohnung verlässt eine Villa oft die Gebäudeklassen 1 und 2. Bis 7 Meter Höhe des obersten Geschosses mit Aufenthaltsraum liegt sie dann in Klasse 3, darüber meist in Klasse 4. Als zweiter Rettungsweg dient im Dach meist ein Fenster, dessen lichte Öffnung mindestens 90 Zentimeter breit und 1,20 Meter hoch ist. Bis 8 Meter Brüstungshöhe erreicht die Feuerwehr es mit tragbaren Leitern, darüber braucht sie eine Zufahrt für das Hubrettungsfahrzeug.
Dämmen unter Biberschwanz und Schiefer
Wo eine historische Deckung liegt, dämmen wir von innen und lassen das Dach außen, wie es ist. Zwischen die Sparren kommt Dämmstoff, darunter Dampfbremse und eine zweite Lage unter den Sparren. Ist die Sparrenhöhe begrenzt, erfüllt die höchstmögliche Dämmdicke die Anforderung aus Anlage 7 GModG. Dieses Gesetz hieß bis Juli 2026 Gebäudeenergiegesetz. Ab 50 Quadratmetern neuer Nutzfläche gehört der Nachweis des sommerlichen Wärmeschutzes dazu.