Kehlen, Grate und Zwerchgiebel
Wo ein Zwerchgiebel ins Hauptdach stößt, entsteht eine Kehle. Unter ihr fällt die Decke schräg in zwei Richtungen ab, und die Stehhöhe wechselt auf kurzer Strecke. Ein Aufenthaltsraum im Dach braucht nach § 47 BauO Bln auf wenigstens der halben Netto-Raumfläche eine lichte Höhe von 2,20 Metern. Wir legen die Wohnräume unter die Giebel und den First, Bad und Stauraum in die niedrigen Zonen.
Das Turmzimmer als eigener Raum
Der Raum im Turm ist oft rund oder vieleckig und nur wenige Quadratmeter groß. Sein Boden liegt nicht immer auf der Höhe des übrigen Dachgeschosses, manchmal braucht es zwei oder drei Stufen. Die Holzkonstruktion des Turmhelms prüft der Tragwerksplaner, bevor dort eine Nutzung geplant wird. Als Aufenthaltsraum zählt er nur, wenn die Turmfenster zusammen ein Achtel seiner Netto-Raumfläche erreichen.
Die Balkenlage unter dem kleinteiligen Dach
Auch in Friedenau liegt unter dem Dachraum meist eine Holzbalkendecke. Erker und Türme bringen Wechsel und kurze Balken in die Lage, die der Tragwerksplaner einzeln betrachtet. Nach § 48 Abs. 6 wird die oberste Bestandsdecke feuerhemmend ertüchtigt. Wo Balken frei liegen, bekommen sie eine Brandschutzbekleidung.
Kurze Wege für Wasser und Wärme
Die kleineren Häuser haben kürzere Stränge als die großen Mietshäuser der Innenstadt. Das macht die Verlängerung ins Dach übersichtlicher. Wir planen das Bad möglichst über den vorhandenen Leitungen und nicht unter einer Kehle. Für einen verlängerten Heizkreis mit zwei bis vier Heizkörpern rechnen wir erfahrungsgemäß 3.500 bis 8.000 Euro.
Rettungsfenster neben Erker und Turm
Der zweite Rettungsweg führt in Friedenau häufig über die Leiter der Feuerwehr. Das Rettungsfenster braucht dann eine lichte Öffnung von mindestens 0,90 mal 1,20 Metern. Sitzt es in der Dachfläche, liegt es waagerecht nicht weiter als 1 Meter von der Traufkante entfernt. Schmale Turm- und Giebelfenster erreichen diese Maße selten, deshalb plant der Architekt ein eigenes Rettungsfenster.
Dämmen zwischen vielen Anschlüssen
Jede Kehle, jeder Giebel und jeder Turmanschluss ist eine Stelle, an der Dämmung und Dampfbremse lückenlos anschließen müssen. Hier zahlt sich Sorgfalt aus, weil gerade diese Ecken später Feuchte oder Zugluft zeigen würden. Begrenzt die Sparrenhöhe die Dämmdicke, nutzen wir das Sparrenfach ganz aus; was dabei herauskommt, hält der Planer fest. Unter den Sparren ergänzen wir eine zweite Lage mit Gipskarton.