Wenn aus zwei Ebenen eine Wohnung werden soll
Die Wohnung liegt im obersten Geschoss, darüber wartet ein leerer Dachboden, und beides gehört derselben Familie. Dazwischen liegt eine Decke, fast immer aus Holzbalken, und die künftige Treppe braucht ein Loch darin. Diese Öffnung ist der Deckendurchbruch. Mit ihm entscheidet sich, ob aus zwei Ebenen eine Maisonette wird.
Der zweite häufige Fall steht in Spandau, Zehlendorf oder Mahlsdorf. Im Siedlungshaus führt bisher eine Luke mit Klapptreppe auf den Boden, und oben soll ein Kinderzimmer entstehen. Dann wird aus der Luke eine richtige Öffnung, lang genug für eine feste Treppe. Seltener, aber reizvoll ist der Durchbruch in der Kehlbalkenlage, über den ein Spitzboden als Galerie zum Raum darunter geöffnet wird.
In allen drei Fällen ist die Öffnung der Schritt, der zwei Räume verbindet. Deshalb planen wir sie immer zusammen mit der Treppe, die hindurchführen soll. Laufrichtung, Breite und Durchgangshöhe der Treppe bestimmen, wie lang und wie breit das Loch in der Decke wird.
Was beim Öffnen einer Decke fachlich geschieht
Eine Decke trägt sich selbst, dazu Estrich, leichte Wände und künftig den ganzen Ausbau darüber. Wer Balken oder Beton herausnimmt, muss diese Last um die Öffnung herumleiten. Wie das geschieht, rechnet ein Tragwerksplaner, den wir vom ersten Termin an einbinden. Er legt Querschnitte, Auflager und Verbindungsmittel fest, und nach seinem Plan wird gebaut.
In der Holzbalkendecke trägt der Wechsel
In Berliner Altbauten laufen die Balken meist von der Außenwand zur tragenden Mittelwand. Für die Öffnung werden ein oder mehrere Balken durchtrennt. Ihre Enden hängen danach an einem querliegenden Wechselbalken, der die Last an die ungekürzten Nachbarbalken abgibt. Reicht Holz dafür nicht aus, sieht die Statik einen Stahlträger vor.
Vorher kommen Dielen und Einschub mit seiner Schüttung heraus, darunter bleibt zunächst der Putz der Wohnung hängen. Die betroffenen Balken stützen wir ab, bevor die Säge ansetzt. Den Wechsel setzt die Zimmerei, einer der festen Partnerbetriebe, mit denen wir seit Jahren zusammen bauen. Für Sie bleibt es dennoch bei einem Vertrag mit uns, einem Bauzeitenplan und einem Bauleiter, der alle Gewerke steuert.
In der Betondecke wird gesägt
Viele Nachkriegshäuser und Gewerbebauten haben Decken aus Stahlbeton. Dort schneiden wir die Öffnung mit Wand- oder Seilsäge, sobald Hilfsstützen die Decke von unten sichern. Lage und Größe des Schnitts richten sich nach Bewehrung und Spannrichtung, die der Tragwerksplaner festlegt. Kernbohrungen in den Ecken sorgen dafür, dass der Schnitt nicht über das Maß hinausläuft.
Die Kante und ihr Brandschutz
Um die fertige Öffnung läuft ein Randabschluss, an den später Treppe und Geländer anschließen. In der Holzbalkendecke bekommt der Wechsel eine Brandschutzbekleidung, meist aus Gipsplatten. Welche Ausführung nötig ist, steht im Brandschutznachweis, den ein Planer aufstellt. Zum Schluss schließen Putz, Spachtel und Anstrich die Unterseite wieder sauber an.
Berliner Decken, die wir unter dem Dach antreffen
Im Gründerzeithaus ist die oberste Decke fast immer eine Holzbalkendecke. Über ihr lag früher der Trockenboden, unter ihr die Wohnung mit Stuck und hohen Räumen. Die Balken sind kräftig, nach über hundert Jahren aber nicht überall gleich gut erhalten. An den Balkenköpfen in der Außenwand sehen wir deshalb besonders genau hin.
In den Siedlungshäusern der 1920er und 1930er liegt ebenfalls meist Holz, häufig mit schlankeren Balken. Hier ist die Treppe oft das eigentliche Thema, weil der Grundriss wenig Platz lässt. Eine Raumspartreppe kommt mit einer deutlich kürzeren Öffnung aus als ein gerader Lauf.
Zeilenbauten der 1950er und 1960er haben oft Stahlbetondecken, ebenso die Fabriketagen in Moabit, Wedding oder Kreuzberg. Dort lässt sich der Schnitt genau planen, die Säge braucht aber Strom, Wasser und Platz zum Arbeiten. In Gewerbehöfen treffen wir auch Kappendecken zwischen Stahlträgern an, die wir nach Aufmaß und Statik einzeln bewerten.
Was ein Deckendurchbruch in Berlin kostet
Für die Öffnung rechnen wir einen festen Betrag je Durchbruch, nicht nach Quadratmetern. Die Beträge für Öffnung, Träger und Treppe sind Erfahrungswerte aus Berliner Decken, brutto, mit Stand September 2026. Gebühren der Behörde und ein Prüfingenieur sind darin nie enthalten.
| Leistung | Preis | Bezugsgröße |
|---|---|---|
| Öffnung in Holzbalkendecke, mit Statik, Wechsel, Brandschutzbekleidung und Randabschluss | 3.500–8.000 € | je Öffnung |
| Öffnung in Betondecke, mit Statik, Sägeschnitt und Randabschluss | 5.000–11.000 € | je Öffnung |
| Stahlträger für Wechsel oder Verstärkung, eingebaut | 2.500–8.000 € | je Träger, nach Statik |
| Brandschutzbekleidung an Balkenlage oder Decke | 70–130 € | je m² Bauteilfläche |
| Raumspartreppe aus Holz, mit Montage | 2.800–5.000 € | je Stück |
| Gerade Holztreppe, mit Montage | 4.500–8.000 € | je Stück |
Eine Öffnung in der Holzbalkendecke liegt damit erfahrungsgemäß bei 3.500 bis 8.000 Euro. Am unteren Rand liegt eine Öffnung parallel zu den Balken, bei der nur ein Balken gewechselt wird. Nach oben treiben quer liegende Öffnungen und Leitungen in der Decke. Sieht der Tragwerksplaner zusätzlich einen Stahlträger vor, steht er als eigene Position im Angebot.
Die Tragwerksplanung ist in den Beträgen für die Öffnung enthalten. Häufig wird sie als Festpreis abgerechnet, ein Berliner Statikbüro nennt für die Berechnung eines Deckendurchbruchs 999 Euro. Die Treppe kommt als eigener Betrag hinzu. Wie beides zusammen aussieht, rechnet die Seite Treppenkosten mit Durchbruch für mehrere Treppenarten durch.
Wer den ganzen Ausbau grob überschlagen will, findet im Rechner für den Dachausbau die neue Treppe mit Deckendurchbruch als Zuschlag von 12 Prozent. Im Angebot steht die Öffnung dann als eigene Position mit festem Betrag. Die Bekleidung ganzer Balkenlagen, etwa unter einem ausgebauten Dach, rechnen wir je Quadratmeter.
Von der ersten Diele bis zur fertigen Treppe
Beim kostenlosen Termin nehmen wir auf beiden Ebenen Maß und heben, wo es geht, eine Diele an der geplanten Stelle an. So sehen wir Balkenrichtung, Einschub und Zustand, bevor jemand rechnet. Danach prüft der Tragwerksplaner die Decke und legt den Wechsel fest. In der Eigentümergemeinschaft folgt der Beschluss, im Mietshaus dazu die Unterlagen für die Bauaufsicht.
Für Statik, Unterlagen und Beschluss vergehen erfahrungsgemäß 2 bis 6 Monate, je nach Termin der Versammlung. Die Bauarbeit selbst ist kurz, Öffnung und Treppe dauern in der Regel 1 bis 2 Wochen. So sieht die Reihenfolge auf der Baustelle aus:
- Raum darunter räumen, Staubwand und Bodenschutz stellen, Leitungen in der Decke stilllegen.
- Dielen und Einschub öffnen, die Schüttung in Säcken über das Treppenhaus abtragen.
- Balken abstützen und schneiden, Wechsel oder Stahlträger nach Statik einbauen.
- Brandschutzbekleidung und Randabschluss herstellen, die Öffnung fest absperren.
- Treppe montieren, Geländer setzen, Putz und Stuck an der Unterseite anschließen.
- Spachteln, streichen und gemeinsam abnehmen, mit Protokoll.
Gehört der Durchbruch zu einem ganzen Dachausbau, planen wir ihn so, dass die Wohnung darunter möglichst kurz offen liegt. Die Treppe kommt dann oft erst nach Estrich und Trockenbau. Bis dahin bleibt die Öffnung gesichert und staubdicht abgedeckt.
Wo ein Durchbruch teuer wird, wenn man nicht hinsieht
Die Balkenrichtung entscheidet mehr als die Größe. Liegt die Treppe quer zu den Balken, müssen mehrere durchtrennt und gewechselt werden. Eine um neunzig Grad gedrehte Treppe spart dann oft einen Stahlträger. Deshalb legen wir Treppe und Öffnung erst fest, wenn wir unter die Dielen gesehen haben.
In alten Decken liegen Leitungen, die auf keinem Plan stehen: Stromkabel aus mehreren Jahrzehnten und Heizungsrohre zur Wohnung darüber. Wir orten sie vor dem Schnitt und legen sie um. Das übernehmen der Elektro-Partnerbetrieb und unsere eigenen Leute aus Sanitär und Heizungstechnik. Schornsteinzüge neben der geplanten Öffnung klären wir mit dem Planer, bevor der Standort der Treppe feststeht.
An den Balkenköpfen zeigt sich, ob über die Jahre Feuchtigkeit ins Mauerwerk gezogen ist. Ein angegriffener Balken gehört in die Statik, bevor ein Wechsel an ihm hängt. In der Schüttung alter Einschübe stecken gelegentlich Schlacke oder Reste, die ein Gutachter ansehen sollte. Bei Verdacht halten wir an, lassen eine Probe untersuchen und stimmen das weitere Vorgehen mit Ihnen ab.
Unter der Öffnung hängt oft eine Stuckdecke oder ein Deckenspiegel. Profile außerhalb des Schnitts sichern wir, bevor oben gearbeitet wird. Was an der neuen Kante fehlt, ziehen unsere eigenen Leute für Stuck und Putz nach, danach streichen unsere Maler. Als Meisterbetrieb achten wir darauf, dass man der Decke den Eingriff am Ende nicht ansieht.
Was Bauordnung und Eigentümer dazu sagen
Die Berliner Bauordnung lässt Öffnungen in Decken mit Brandschutzanforderung nur in bestimmten Fällen zu (§ 31 Abs. 4 BauO Bln). Für die Maisonette zählt dieser Fall: Beide Ebenen bilden eine Nutzungseinheit mit höchstens 400 Quadratmetern Brutto-Grundfläche in höchstens zwei Geschossen. In Gebäuden der Klassen 1 und 2, meist also im Einfamilienhaus, sind solche Öffnungen ebenfalls zulässig.
Führt die Treppe ohne eigenen Treppenraum nach oben, gelten engere Grenzen (§ 35 Abs. 1). Sie darf höchstens zwei Geschosse einer Nutzungseinheit bis 200 Quadratmeter Brutto-Grundfläche verbinden. Außerdem muss in jedem Geschoss ein anderer Rettungsweg erreichbar sein, oben etwa über ein Rettungsfenster. Eine Einschubtreppe ist als notwendige Treppe unzulässig (§ 34 Abs. 2).
Wird das Dach ausgebaut, muss die oberste Decke des Bestands feuerhemmend sein (§ 48 Abs. 6). Das typische fünfgeschossige Mietshaus ist in der Regel Gebäudeklasse 5, und dort erfüllen neue notwendige Treppen die Anforderungen der Klasse 4. Standsicherheit und Brandschutz werden in den Klassen 4 und 5 bauaufsichtlich geprüft, auch in der Genehmigungsfreistellung. Den Zusammenhang erklärt der Ratgeber Brandschutz unter dem Dach.
Im Einfamilienhaus der Gebäudeklassen 1 und 2 ist die Änderung tragender Bauteile verfahrensfrei (§ 61 BauO Bln). Die Vorschriften gelten dort trotzdem, und auch dort rechnet ein Tragwerksplaner den Wechsel. Gehört die Öffnung zu einem freigestellten Dachausbau, läuft sie in dessen Unterlagen mit.
In der Eigentümergemeinschaft gehört die tragende Decke zum Gemeinschaftseigentum, selbst wenn sie mitten in einer Wohnung liegt (§ 5 Abs. 2 WEG). Die Gemeinschaft beschließt die bauliche Veränderung oder gestattet sie einem Eigentümer per Beschluss (§ 20 WEG). In sozialen Erhaltungsgebieten ist eine Maisonette aus Bestandswohnung und neuem Dachgeschoss nach der Verwaltungsvorschrift von 2026 nicht genehmigungsfähig (Nr. 2.2). Worauf es dort ankommt, zeigt die Übersicht zum Milieuschutz, entscheiden wird die Stadtplanung des Bezirks.
Diese Angaben geben den Rechtsstand vom September 2026 wieder. Vor jedem Angebot gleichen wir sie für Ihr Haus mit Planer und Bauaufsicht ab.
Wofür Sie einen anderen Betrieb brauchen
- Bodentreppe aus dem Baumarkt: Wer eine Luke mit Klapptreppe selbst einbauen möchte, ist im Fachhandel richtig. Wir öffnen Decken für feste Treppen im Rahmen eines Ausbaus.
- Statik, Brandschutznachweis und Bauvorlagen: Diese Unterlagen stellen Tragwerksplaner und Architekt aus. Wir holen sie ins Vorhaben und legen ihre Termine in den Bauablauf.
- Schadstoffe mit Freimessung: Belastete Schüttung oder alte Holzschutzmittel als eigenständiger Auftrag gehören zu einem Fachbetrieb für Schadstoffsanierung.
Wo wir Decken für die Treppe öffnen
Maisonetten entstehen vor allem in Altbauvierteln mit Holzbalkendecken. In Friedrichshain geht es oft um die Wohnung im obersten Geschoss, die mit dem Seitenflügeldach zusammenwächst. In Weißensee stehen kleinere Mietshäuser mit Mansarddach, in denen die Treppe den Grundriss prägt. In Prenzlauer Berg liegen viele Häuser in sozialen Erhaltungsgebieten, deshalb steht dort die Frage nach dem Milieuschutz vor jeder Maisonette-Planung.
Im Einfamilienhaus wird aus der Luke eine Treppe, etwa in den Spandauer Ortsteilen Kladow und Staaken. Im schmalen Reihenhaus der Tempelhofer Gartenstadt entscheidet die Treppe über jeden Zentimeter, mehr dazu auf der Seite für Tempelhof. Bei den jüngeren Häusern in Teltow ersetzt die Öffnung oft die Luke zum Reserve-Dachboden. Auch in den Altbauten von Pankow öffnen wir Decken, dort häufig für Maisonetten.
Wo Sie tiefer einsteigen können
- Wohnung und Dach verbinden: wie aus zwei Ebenen eine Wohnung wird, mit Beschluss und Grundriss.
- Welche Treppe ins Dach passt: Treppenarten je Grundriss, von der Raumspartreppe bis zur Wendeltreppe.
- Maße für Treppe und Öffnung: Richtmaße nach DIN 18065, Durchgangshöhe und Platzbedarf.
- Tragfähigkeit der Holzbalkendecke: was der Tragwerksplaner prüft und wann Stahl ins Spiel kommt.
- Trittschall auf der Balkenlage: wie der Boden über der Wohnung leise bleibt.
Eine Diele anheben, dann rechnen
Ob die Öffnung quer oder längs zu den Balken liegt, sehen wir beim ersten Termin unter einer angehobenen Diele. Danach wissen Sie, welche Treppe passt und welchen festen Betrag der Durchbruch kostet. Die Frage nach Ihrer Decke klären wir gern am Telefon: 030 8268 9996, montags bis freitags von 7 bis 18 Uhr. Zu jeder anderen Zeit nimmt das Formular unten auf der Seite Ihr Vorhaben auf.
