Stehhöhe unter dem kurzen First
Beim Walmdach fallen alle vier Seiten zur Traufe ab, und der First ist deutlich kürzer als das Haus. Die volle Stehhöhe sammelt sich deshalb in einem schmalen Streifen in der Mitte. Eine Gaube verlängert diesen Streifen zur Seite und schafft Platz für Bett, Schreibtisch oder Dusche. Welche Mindesthöhe ein Aufenthaltsraum braucht, regelt die Brandenburgische Bauordnung, und der Planer prüft das am Schnitt.
Für die Wohnfläche gilt eine zweite, bundesweite Rechnung. Unter der Schräge zählt nach § 4 WoFlV jeder Quadratmeter ab 2 Metern Höhe ganz, zwischen einem und zwei Metern zur Hälfte, darunter gar nicht.
Die Balkenlage über dem Obergeschoss
In den Villen liegt über dem Obergeschoss fast immer eine Holzbalkendecke, oft mit einer Schüttung zwischen den Balken. Gerechnet war sie für Wäsche und Kisten, nicht für Bäder, Bücherwände und Estrich. Ein Tragwerksplaner prüft, ob sie die neue Last aufnimmt oder verstärkt werden muss. Häufig reicht ein leichter Bodenaufbau mit Trockenestrich, der die alte Decke schont.
Leitungen vom Keller bis unters Dach
Im Mietshaus enden Wasser und Abwasser meist im obersten Vollgeschoss, und wir verlängern die Stränge durch die bewohnten Etagen darunter. In der aufgeteilten Villa bieten sich für den Weg vom Keller nach oben stillgelegte Schornsteinzüge oder ein Schacht neben dem Treppenhaus an. Den Weg legen wir beim ersten Termin fest, weil er bestimmt, wo das Bad im Dach liegen kann. Die Fallleitung braucht Gefälle und Platz, und unter einer Schräge ist beides knapp bemessen.
Das Fenster für den zweiten Rettungsweg
Wer unter dem Dach wohnt oder schläft, braucht einen zweiten Rettungsweg. In der Villa ist das meist ein Fenster, das die Feuerwehr mit der Leiter erreicht. Im Mietshaus mit vier Geschossen liegt die neue Wohnung höher, dort klärt der Planer, ob ein Hubrettungsfahrzeug heranreicht oder ein zweiter baulicher Rettungsweg nötig ist. Größe und Lage legt der Planer nach Brandenburger Recht fest, und am Denkmal muss dieses Fenster zusätzlich zur Fassade passen. Oft übernimmt eine Gaube zur Gartenseite diese Aufgabe.
Dämmen, ohne die Eindeckung anzufassen
Schiefer und Biberschwanz bleiben am Denkmal erfahrungsgemäß liegen, also dämmen wir von innen. Zwischen und unter den Sparren entsteht eine durchgehende Dämmebene mit Dampfbremse. Wer Dachflächen erneuert, muss nach Anlage 7 GModG einen U-Wert von höchstens 0,24 W/(m²K) erreichen, Stand September 2026. Reicht die Sparrenhöhe dafür nicht, genügt die höchstmögliche Dämmdicke mit λ 0,035, bei Holzfaser oder Einblasdämmung 0,045. Holzfaser bringt zusätzlich Speichermasse gegen die Sommerhitze unter dem Schiefer.