Streiflicht von Dachfenster und Gaube
Gipskarton wird in Qualitätsstufen gespachtelt, von Q1 bis Q4. Bei Q2 sind die Fugen geschlossen und glatt in die Fläche übergangen, das ist der übliche Standard. Q3 zieht die Fugen breiter aus und zieht die übrige Fläche scharf ab, damit sich die Poren des Kartons schließen. Q4 überzieht die ganze Platte mit einer durchgehenden Spachtelschicht.
Unter Streiflicht, bei seidenmatten Farben oder dunklen Tönen empfehlen wir für die Schräge mindestens Q3. Sitzen große Dachfenster oder eine breite Gaube in der Fläche, planen wir Q4. Bevor die Farbe kommt, leuchten wir jede Schräge mit einem Strahler flach ab und markieren, was nachgearbeitet wird. Diese Prüfung geht schnell und erspart das Nachspachteln im fertig möblierten Raum.
Kehlen, Grate und der Übergang zur Brandwand
Wo die Schräge auf die Kehlbalkendecke trifft, entsteht eine Kehle, die im Licht wie ein Strich wirkt. An den Wangen einer Gaube laufen Grate, die ein Kantenprofil unter der Spachtelmasse gerade halten. Farbwechsel legen wir immer auf eine solche Kante und nie mitten in eine Fläche. Eine Farbgrenze quer über die Schräge wirkt im Raum fast nie gerade.
Im geschlossenen Block stößt die Schräge an die verputzte Brandwand zum Nachbarhaus. Putz und Gipsplatte bewegen sich unterschiedlich, und ohne Trennung reißt der Anstrich genau entlang dieser Linie. Wir schneiden die Farbe dort sauber ab und setzen eine überstreichbare Acrylfuge. Auf mineralischem Putz verwenden wir eine Farbe, die zum Untergrund passt, oft eine Silikatfarbe.
Farbe und Tapete auf der Schräge
Eine stumpfmatte Dispersionsfarbe verzeiht auf der Schräge am meisten, weil sie kaum glänzt. Helle Töne lassen den Raum unter dem Dach höher wirken, kräftige Farben setzen wir lieber auf den Kniestock oder eine senkrechte Wand. Tapete geht auch über Kopf, am sichersten als Vlies, das in den eingekleisterten Untergrund gelegt wird. In älteren Dachwohnungen nehmen wir die Raufaser meist ab, weil unter mehreren Schichten die Fugen nicht mehr zu beurteilen sind.
Im Sommer zieht die Farbe unter dem Dach schnell an. Wir beginnen dann früh, beschatten die Dachfenster und rollen jede Bahn nass in nass bis zur nächsten Kante. So bleiben auf der großen Fläche keine Ansätze stehen.
Sichtbare Sparren und Holz im Raum
Manche Bauherren lassen Sparren, Kehlbalken oder einen alten Stiel im Raum sichtbar. Neues Holz lasieren oder lackieren wir im Farbton, den Sie ausgesucht haben. Bei altem Holz aus dem Dachstuhl klären wir vorher, ob es früher mit Holzschutzmitteln behandelt wurde. Die Innenfutter neuer Dachfenster spachteln und streichen wir passend zur Schräge, damit die Laibung nicht wie ein Fremdkörper wirkt.