Drei Oberflächen, ein Dachgeschoss
Die Wohnung im vierten Obergeschoss hat eine Stuckdecke mit Hohlkehle und Rosette, darüber liegt der Dachboden, der ausgebaut werden soll. Die Treppe nach oben braucht eine Öffnung in dieser Decke. Oben entsteht ein Raum aus Gipsplatten, und an der Seite steht die alte Brandwand aus Ziegeln. So treffen in einem Vorhaben drei Oberflächen zusammen: Spachtel auf der Platte, Putz auf dem Mauerwerk und Stuck an der Decke darunter.
Alle drei Arbeiten erledigen bei uns unsere eigenen Leute, vom Stuckateur bis zum Kollegen mit dem Flächenspachtel. Stuck ist ein altes Handwerk, und in der WRS Gruppe, zu der wir gehören, kommen über 150 Jahre Meisterhandwerk zusammen. Durchbruch, Treppe und Stuckdecke planen wir in einem Vertrag und in einer Abfolge. Sie sprechen dabei mit einem Bauleiter, der alle Gewerke unter dem Dach in einen Takt bringt.
Die Seite richtet sich an Eigentümer, die ein Dach ausbauen, eine Maisonette aus Wohnung und Dach planen oder eine Aufstockung innen fertigstellen lassen.
Spachteln auf Gipskarton, von Q2 bis Q4
Fugen, Kanten und Bewehrung
Jede Gipsplatte hat Längskanten, die für die Spachtelmasse abgeflacht sind, und Stirnkanten, die erst beim Zuschnitt entstehen. Wir füllen die Fugen, legen einen Bewehrungsstreifen ein, wo das System ihn verlangt oder das Holz stark arbeitet, und ziehen sie glatt. Außenecken an Gaube, Kniestock und Treppenloch sichern wir mit Kantenprofilen, die unter der Masse verschwinden. Jeder Schraubenkopf wird einzeln überspachtelt und nach dem Trocknen geschliffen.
Die Stufe richtet sich nach dem, was später auf die Fläche kommt. Q1 genügt dort, wo Fliesen geklebt werden. Q2 ist die übliche Fläche für Raufaser oder einen matten Anstrich. Q3 wählt man für feine Tapeten und matte Farben unter hellem Licht, Q4 ist die höchste Stufe mit vollflächig überzogener Platte.
Spachteln in Q4 über die ganze Fläche
Für Q4 tragen wir die Masse vollflächig auf, mit dem Glätter oder auf großen Schrägen im Spritzverfahren, und ziehen sie glatt. Die Schicht ist nur wenige Millimeter dünn und deckt Kartonstruktur, Fugen und Schraubenköpfe gleichmäßig ab. Nach dem Trocknen wird geschliffen und die Fläche mit einer flach gehaltenen Lampe geprüft. Jede Lage braucht Trockenzeit, und die hängt unter dem Dach stark von der Jahreszeit ab. Im Sommer zieht die Masse schnell an, im Winter halten wir das Dachgeschoss mit Bauheizung auf Temperatur.
Putz an Brandwand, Giebel und Schornsteinzug
Altes Mauerwerk im Dachraum
Im geschlossenen Berliner Block steht das Dach zwischen zwei Brandwänden. Auf dem Trockenboden waren diese Wände häufig nur grob geschlämmt oder ganz ohne Putz. Oft sind sie vom Ruß der Schornsteinzüge gezeichnet, die Fugen sind mürbe, und einzelne Steine sitzen lose. Vor dem Putz bürsten wir das Mauerwerk ab, ersetzen lose Steine, schließen die Fugen und prüfen die Wand auf Salze.
Danach folgt ein Putz, der zum alten Ziegel passt, meist ein Kalk- oder Kalkzementputz. Gipsputz setzen wir nur dort ein, wo die Wand dauerhaft trocken bleibt. Ist die Wand stark verzogen, gleicht ein Putzträger größere Tiefen aus. Alternativ stellt der Trockenbau eine Vorsatzschale davor, und der Planer entscheidet mit Blick auf Brandschutz und Raumbreite.
Am Giebel einer Villa oder eines Siedlungshauses hängt die Wahl von der Dämmplanung ab. Bleibt die massive Wand sichtbar, bekommt sie Innenputz. Wird innen gedämmt, entsteht eine Vorsatzschale, die wir anschließend spachteln. Ungenutzte Schornsteinzüge werden vorher von den Maurern zurückgebaut, wie auf der Seite zu Brandwand und Schornstein beschrieben, und die verbleibenden Flächen schließen wir mit Putz.
Wo Putz und Platte sich berühren
An der Linie, an der die Gipsplatte der Schräge auf den Putz der Brandwand trifft, entstehen ohne Vorsorge Risse. Wir setzen dort einen Trennstreifen oder einen Kellenschnitt, der die beiden Baustoffe sauber voneinander löst. Die Maler schließen diese Fuge später elastisch. Weil Putz und Karton unterschiedlich saugen, bekommen beide eine Grundierung, damit der Anstrich über die Grenze hinweg gleich aussieht.
Stuck in der Wohnung unter dem Dach
In vielen Gründerzeithäusern tragen auch die oberen Wohnungen Stuckdecken, oft schlichter als in der Beletage. Hohlkehle, Fries und Rosette hängen dort meist an einem Rohrputz, der unter die Holzbalken genagelt ist. Diese Decke ist robust, solange sie in Ruhe gelassen wird. Beim Ausbau zur Maisonette bekommt sie eine Öffnung, und damit beginnt die eigentliche Stuckarbeit.
Wenn die Treppe durch die Stuckdecke geht
Die Lage der Öffnung klären wir mit dem Tragwerksplaner, der den Wechsel zwischen den Balken rechnet. Wir achten darauf, dass der Durchbruch in der Decke möglichst wenig Stuck schneidet und nicht durch die Rosette läuft. Bevor gesägt wird, nehmen wir von den Profilen einen Abdruck und fertigen danach die Schablone. Die Decke wird abgestützt, und wir sägen statt zu stemmen, damit die Nachbarfelder keine Schläge abbekommen.
Nach Wechsel und Brandschutzbekleidung bekommt die Öffnung einen Randabschluss. Auf Wunsch führen wir die Hohlkehle um das Treppenloch herum, sodass die Öffnung wie ursprünglich geplant wirkt. Feine Risse in den angrenzenden Feldern schließen wir vor dem Anstrich.
Profile ziehen, gießen, von Hand ergänzen
Gerade Profile ziehen unsere Stuckateure vor Ort mit einer Blechschablone, die dem Abdruck nachgeschnitten ist. Rosetten, Konsolen und Ornamente gießen wir in Formen, die vom Original abgenommen werden. Kleine Fehlstellen tragen wir von Hand an und modellieren sie nach. Als Material verwenden wir Gips oder Kalk, passend zum Bestand.
Manche Bauherren wünschen sich oben dieselbe Hohlkehle wie in der Wohnung darunter. Auf Gipsplatten setzen wir dafür leichte Profile, die zur Schräge und zur Kehlbalkendecke passen. So hängen beide Ebenen der Maisonette gestalterisch zusammen.
Vom Vorderhaus bis zur Villa: was die Häuser mitbringen
Im Vorderhaus eines Gründerzeitblocks finden wir die reichsten Decken, im Seitenflügel und Hinterhaus meist schlichtere. Viele Fassaden haben ihren Stuck in der Nachkriegszeit verloren, innen blieb er häufiger erhalten. Über diesen Wohnungen liegt das Berliner Dach mit seinen Brandwänden, die wir für den Ausbau vorbereiten.
In Villen und Landhäusern der Gründerzeit reichen Deckenspiegel und Friese manchmal bis in die Räume unter dem Dach. Die Siedlungshäuser der 1920er und 1930er haben kaum Stuck, dafür glatte Putzflächen und einen Giebel aus Mauerwerk. In den Dachwohnungen der 1980er und 1990er geht es fast nur um Spachtel auf Gipskarton, oft in Q2 und mit Rissen an den Stößen.
Kosten für Putz, Spachtel und Stuck
| Leistung | Preis, brutto | Bezugsgröße |
|---|---|---|
| Innenputz Q2 | 25–45 € | je m² Wandfläche |
| Spachteln Q3 und streichen | 16–28 € | je m² Fläche |
| Spachteln Q4 und streichen | 22–36 € | je m² Fläche |
| Trockenbau mit Oberfläche Q3 statt Q2 | +12 % | auf die Trockenbauposition |
| Trockenbau mit Oberfläche Q4 statt Q2 | +25 % | auf die Trockenbauposition |
| Brandschutzbekleidung an Balkenlage oder Decke | 70–130 € | je m² Bauteilfläche |
| Deckendurchbruch in Holzbalkendecke, mit Statik, Wechsel, Brandschutzbekleidung, Randabschluss | 3.500–8.000 € | je Öffnung |
| Ungenutzten Schornsteinzug zurückbauen | 1.500–4.000 € | je Zug |
| Stuck ergänzen oder neu ziehen | nach Abdruck und Aufmaß | je Profil und Länge |
Die Tabelle zeigt Erfahrungswerte mit Mehrwertsteuer aus dem September 2026. Für Stuck gibt es keinen Pauschalwert, weil Profil, Länge und Formenbau jedes Mal anders ausfallen. Eine Brandwand mit 30 m² Innenputz in Q2 liegt bei 750 bis 1.350 Euro. Beim Ausbau aus dem leeren Dach machen Trockenbau, Putz und Brandschutz zusammen etwa 16 Prozent der Kosten aus, bei fertiger Hülle rund 22 Prozent. Nach dem Termin rechnen wir jede dieser Positionen einzeln und fassen sie zu einem Festpreis zusammen.
Reihenfolge im Ausbau
Putz braucht Zeit zum Trocknen, deshalb kommt er früh. Ein Dachgeschoss mit rund 60 m² Grundfläche dauert erfahrungsgemäß 10 bis 16 Wochen, und die Oberflächen verteilen sich über die zweite Hälfte. Treppe und Deckendurchbruch brauchen zusammen etwa ein bis zwei Wochen. So greifen die Arbeiten ineinander:
- Vorbereitung: Rückbau alter Verschläge, Schornsteinzüge nach Statik, Mauerwerk säubern.
- Putz: Brandwände und Giebel, solange noch keine Platten davorstehen.
- Trockenbau: Schrägen, Kniestock und Trennwände, Brandschutzbekleidung an der Balkenlage.
- Durchbruch: Abdruck der Profile, Abstützung, Öffnung, Wechsel, Randabschluss.
- Spachtel: Fugen und Flächen in der vereinbarten Stufe, Prüfung im Streiflicht.
- Stuck: Profile um die Öffnung ziehen, Fehlstellen ergänzen, Risse schließen.
- Anstrich: oben auf den Schrägen, unten auf der Stuckdecke.
Wohnt jemand in der Wohnung darunter, stellen wir um den Durchbruch eine dichte Staubschutzwand. Beim Sägen und Schleifen läuft eine Absaugung, und das Zimmer unter der Öffnung bleibt nur für diese Tage gesperrt.
Stellen, an denen Oberflächen nachträglich Geld kosten
- Die Profile wurden vor dem Durchbruch nicht abgeformt. Dann muss der Stuckateur das Profil aus Bruchstücken rekonstruieren, und das dauert.
- Der Putz sitzt auf versalzenem Mauerwerk. Nach einigen Monaten blüht Salz aus und sprengt die Oberfläche ab.
- Gipsputz liegt an einer Stelle, die feucht wird. An einer Brandwand mit altem Schornstein ist Kalkputz die sichere Wahl.
- Gespachtelt wird im kalten Dach. Ohne Bauheizung trocknet die Masse schlecht und reißt später an den Stößen.
- Der Durchbruch wird gestemmt. Schläge lösen den Rohrputz in den Nachbarfeldern, und die Stuckdecke bekommt Risse bis in andere Räume.
Brandschutz, Denkmal und Beschluss der Eigentümer
Wer ein Dach ausbaut, muss nach § 48 Abs. 6 BauO Bln die Decke über dem obersten Bestandsgeschoss und alle neuen tragenden Bauteile feuerhemmend herstellen. In der Praxis heißt das oft Gipsplatten als Brandschutzbekleidung an der Balkenlage, die wir anschließend spachteln. Öffnungen in solchen Decken erlaubt § 31 Abs. 4 BauO Bln innerhalb derselben Nutzungseinheit mit höchstens 400 m² Brutto-Grundfläche in höchstens zwei Geschossen. Rechtsstand dieser Absätze ist September 2026, und über den Einzelfall entscheiden Bauaufsicht, Denkmalbehörde und Eigentümer.
Die tragende Decke gehört nach § 5 Abs. 2 WEG zum Gemeinschaftseigentum, auch wenn sie über Ihrer Wohnung liegt. Den Durchbruch beschließt deshalb die Eigentümergemeinschaft nach § 20 WEG. Steht das Haus unter Denkmalschutz, braucht jede Veränderung nach Angaben des Landesdenkmalamts eine Genehmigung der Unteren Denkmalschutzbehörde des Bezirks.
Liegt das Haus in einem der 82 sozialen Erhaltungsgebiete, prüft die Stadtplanung des Bezirks auch bei Genehmigungsfreistellung mit. Eine Dachgeschoss-Maisonette aus Bestandswohnung und neuem Dach ist dort nach Nr. 2.2 der Verwaltungsvorschrift von 2026 nicht genehmigungsfähig. Diese Frage klären wir deshalb, bevor wir die erste Schablone schneiden.
Wofür Sie einen anderen Betrieb brauchen
Stuck und Putz sind bei uns Teil eines Vorhabens unter dem Dach oder in der Wohnung direkt darunter. Andere Fachleute sind gefragt, wenn es um Folgendes geht:
- Alte Spachtelmassen oder Putze stehen unter Asbestverdacht. Ausbau und Freimessung übernimmt ein Fachbetrieb für Schadstoffsanierung als eigenständigen Auftrag.
- Für den Durchbruch fehlt noch der Nachweis. Statik und Brandschutznachweis stellt der Tragwerksplaner oder Architekt aus, wir binden ihn ein und stimmen die Details ab.
- Die Stuckfassade zur Straße braucht eine Restaurierung, im Dach wird nichts gebaut. Das ist ein eigenständiger Auftrag für einen Fassadenbetrieb mit Gerüst.
Stuck und Putz von Friedenau bis Weißensee
In Friedenau finden wir in den kleinteiligen Häusern um 1900 Zierdecken bis in die oberen Wohnungen. Die Spandauer Vorstadt in Mitte verlangt oft Abstimmung mit der Denkmalbehörde, bevor eine Decke geöffnet wird. Im Komponistenviertel von Weißensee bauen wir Mansarddächer kleinerer Mietshäuser aus und putzen dort die Brandwände.
Im Sprengelkiez in Wedding und auf der Insel in Moabit putzen wir Brandwände in Dachräumen des geschlossenen Blocks. In den Villen von Babelsberg in Potsdam gilt die Brandenburgische Bauordnung, und Stuckarbeiten stimmen wir dort mit der zuständigen Behörde ab.
Wo Sie tiefer einsteigen können
- Wohnung und Dach verbinden: Treppe, Durchbruch und Beschluss der Eigentümer.
- Die Öffnung in der Balkenlage: Wechsel, Statik und Kosten je Öffnung.
- Anstrich auf der Schräge: was nach dem Spachteln unter Streiflicht zählt.
- Schornsteinzüge und Brandwände: Rückbau und Mauerwerk vor dem Putz.
- Feuerhemmende Decken und Rettungswege: was die Bauordnung beim Ausbau verlangt.
- Erhaltungsgebiete und Dachausbau: wo die Stadtplanung mitentscheidet.
Stuckdecke und Dachboden gemeinsam ansehen
Beim kostenlosen Termin gehen wir auf den Dachboden und in die Wohnung darunter und sehen uns Brandwand, Decke und Stuck an. Danach erhalten Sie einen Festpreis, in dem Putz, Spachtel und Stuck als eigene Positionen stehen. Wer lieber gleich spricht, erreicht uns Mo–Fr 7–18 Uhr unter 030 8268 9996. Fotos der Stuckdecke schicken Sie am einfachsten über unser Formular.
