Im fünften Stock läuft der Alltag, im Keller steht die Hausanschlussstation, und dazwischen führen die Steigleitungen durch jede Etage. Oben im leeren Dach sollen zwei oder drei neue Wohnungen entstehen, und jede braucht Wasser, Abwasser und Wärme. Bisher enden die Stränge im obersten Geschoss. Um sie ins Dach zu verlängern, arbeiten wir uns durch das ganze bewohnte Haus.
Oft ist dieser Moment der Anlass, die Stränge insgesamt zu erneuern. Verzinkter Stahl, alte Gussrohre und Abzweige aus mehreren Jahrzehnten liegen in vielen Berliner Schächten nebeneinander. Wer den Strang ohnehin öffnet, setzt die neue Leitung in einem Zug von unten bis oben. Die Eigentümergemeinschaft bekommt damit eine Erneuerung, der Ausbauende seinen Anschluss.
Drei Auftraggeber sind für diese Arbeit typisch. Der erste ist die Gemeinschaft, die einen Rohling verkauft hat und die Stränge mit dem Käufer oder Entwickler abstimmt. Der zweite ist der Bestandshalter, der das Dachgeschoss seines Mietshauses ausbaut und das Haus gleich mit ertüchtigt. Der dritte ist der Eigentümer einer Wohnung im obersten Geschoss, der nach oben erweitert und dafür Leitungen braucht.







